Evangelisation

14. Glaubensimpuls aus der Wissenschaft, Juni 2017

Über die Dreifaltigkeit Gottes

Liebe Freunde,
wir haben in diesem Monat das Hochfest der Dreifaltigkeit Gottes gefeiert (19. Juni).
Viele Christen haben mit dem Dogma über die Dreifaltigkeit Glaubensschwierigkeiten. Auch manche Priester sind der Meinung, dass die Dreifaltigkeit ein unergründliches Geheimnis und mit der Vernunft nicht zu erfassen sei. An die Dreifaltigkeit müsse man einfach glauben.
Ich bin der Meinung, die Trinität Gottes ist sehr wohl mit der Vernunft erklärbar.
Gott ist so groß, so ewig, so machtvoll, uns so unendlich überlegen, dass wir ihn nicht in seiner ganzen Wesenheit erfassen können. Dazu reicht unser Denkvermögen, unsere Gehirnkapazität bei weitem nicht aus. Unser Denken ist begrenzt. Wir sind in unserem Denken an die Erfahrungen aus unserer dreidimensionalen Welt angewiesen. Wenn wir etwas beschreiben wollen, das nicht aus unserer unmittelbaren Anschauung stammt, dann haben wir Probleme. Das beginnt schon bei der Sprache: Uns fehlen die Begriffe, mit denen wir diese andere Welt oder gar Gott beschreiben könnten. Unsere Sprachbegriffe stammen ja alle aus unserer sichtbaren Umwelt.
Viele gescheite Leute, Kirchenväter und Theologen haben versucht, Gott zu definieren, soweit das unser begrenztes Denken zulässt Sie haben erkannt, Gott ist reine, unverfälschte und höchste Liebe. Die Theologie sagt: Gott ist unum, bonum, verum, pulchrum. Gott ist einzig und einmalig. Er ist das absolut Gute, Wahre und Schöne. Aber wie steht Gott zu uns Menschen? Ist er ein guter Gott, oder ist er ein rächender Gott? Sind wir Menschen für Ihn ein Spielzeug, oder sind wir Partner und Freunde? Gilt seine Liebe auch uns Menschen? Und da kommt uns dieser für uns eigentlich unfassbare Gott entgegen, indem er sich uns in Bildern und Vorstellungen aus unserer realen Welt zeigt. Wir Menschen erkennen uns als eine Dreiheit von Körper, Psyche und Geist, die aber doch ein Wesen ausmachen, nämlich den Menschen. Diese Drei-Einheit in einem Wesen taucht auch in unserem Gottesbild auf: In seiner Barmherzigkeit zeigt sich uns Gott in dreifacher Weise: als Vater, Sohn und Hl. Geist. Er offenbart sich uns in einer realen Verschiedenheit von drei Personen (Katechismus der Kath. Kirche 254/255). Gott ist also der Eine in den Dreien (Katechechismus der Kath. Kirche, 256). Die Dreifaltigkeit bringt uns Gott näher, aber sie umfasst nicht das ganze Wesen Gottes. Man darf das Wesen Gottes nicht auf seine Trinität reduzieren. Das wäre so als wollte man das Universum auf das reduzieren, was wir mit freiem Auge sehen können.
Die Dreifaltigkeit Gottes ist im Christentum seit dem 4. Jahrhundert als Dogma festgelegt. Sie ist heute deswegen schwerer zu verstehen als im 4. Jahrhundert, weil sich die Bedeutung des Begriffes Person gewandelt hat. „Persona“ bedeutete in der lateinischen Sprache so viel wie Gesicht, Antlitz, Erscheinungsform, Maske. Gott zeigt sich also in drei Erscheinungsformen, in drei „Gesichtern“. In der Kunst wurde Gott manchmal mit einem Haupt, das drei Gesichter zeigt, dargestellt. Die drei Erscheinungsformen („Personae“) existieren in Gott nebeneinander können aber gleichzeitig verschieden handeln. Das macht sie nach heutigem Sprachverständnis zu Personen. Die Dreifaltigkeit darf also nicht so verstanden werden, dass es den Sohn und den Hl. Geist nicht gibt, wenn Gott gerade als Vater handelt, und es den Vater und den Hl. Geist nicht gibt, während er als Jesus die Welt erlöst, und es Vater und Sohn nicht gibt, derweil der Hl. Geist das All „durchweht“. Vater, Sohn und Hl. Geist sind als Person verschieden, handeln selbstständig und existieren gleichzeitig nebeneinander, aber als Gott sind sie Eins. Der Vater ist ganz der Sohn und der Hl. Geist, und der Sohn ist ganz der Vater und ganz der Hl. Geist, und der Hl. Geist ist ganz der Vater und ganz der Sohn. Wir können im Sohn auch den Vater und den Hl. Geist anbeten und im Vater auch den Sohn und den Hl. Geist und im Hl. Geist den Vater und den Sohn. Zwischen den drei Personen gibt es keine Rivalität. Sie sind ein Gott.
Im Religionsunterricht der Schule wird oft auch das Bild von drei brennenden Kerzen verwendet, um die Dreifaltigkeit zu veranschaulichen. Man kann die drei Flammen zu einer einzigen Flamme vereinen und dennoch bleiben es drei Kerzen.
Die Trinität Gottes erleichtert uns, sich Ihm zu nähern.
Wenn wir vom Vater sprechen, so meinen wir mehr den allmächtigen Schöpfergott, den Erzeuger der Welt und der Menschen, wir meinen den Vater der uns behütet, uns beschützt und für uns sorgt.
Wenn wir vom Sohn sprechen, so meinen wir den Mensch gewordenen Gott, Jesus. In Jesus ist Gott selbst ganz Mensch geworden. Er bringt das Evangelium, die gute Nachricht von Gott. In Jesus spricht Gott zu den Menschen. Jesus ist das Wort Gottes. Er ist gekommen, um uns Menschen, die Natur und die Welt zu erlösen vom Zugriff des Widersachers. Durch Jesus erlangen wir die Verzeihung der Sünden, durch ihn sind wir Kinder Gottes, und mit ihm sind wir Erben des Himmelreiches. Unser ganzer Glaube gründet auf diesen Jesus, den Petrus als erster als Sohn Gottes erkannt hat. Als Jesus die Jünger fragte: „Für wen halten mich die Menschen?“ und dann „Für wen haltet ihr mich?“, hat Petrus als erster erkannt: „Du bist der Sohn Gottes“.
Wenn wir vom Hl. Geist sprechen, so meinen wir jene Wirkkraft, die vom Vater und dem Sohn ausgeht, die das ganze All durchflutet, immer und überall gegenwärtig ist und dafür sorgt, dass alles funktioniert. Er ist der, der uns die Gaben und Charismen schenkt und geistlich in uns wirkt, der in uns alles Gute tut. Er baut die Kirche. Er ist das Band der Liebe zwischen Vater und Sohn, zwischen Gott und den Menschen. Er macht uns Menschen zu Teilhabern der göttlichen Natur.
Gott Vater hat die Welt erschaffen: „Es werde...“ sagte er, und es ward. Gott Sohn hat die Welt durch sein Leiden und Sterben erlöst, und Gott Heiliger Geist führt die Welt zu ihrem Ziel. Gott Vater ist der, der spricht, Gott Sohn ist das gesprochene Wort, und Gott Hl. Geist ist der Praktiker, der alles bewirkt.

Gott ist perfekt, dennoch ist er nicht statisch. Er erschafft laufend Neues. Dieser Gott ist transzendent, das heißt, er steht außerhalb seiner Schöpfung, aber durch Jesus ist er auch immanent in seiner Schöpfung, das heißt er ist ganz seiner Schöpfung zugewandt und ganz uns Menschen zugewandt. Indem wir bei der Feier der Eucharistie die Kommunion empfangen, ist er sogar in uns.
Durch den Hl.Geist bekommen wir die Fähigkeit und die notwendigen Charismen, diese Welt, in der wir jetzt leben, zu gestalten. Bei der Zeugung hat uns Gott seinen Geist eingehaucht. Dadurch haben wir Anteil am göttlichen Geist. Das macht uns göttlich, aber deswegen sind wir noch lange nicht Gott. Gott erhält die Schöpfung, er ist auch überall in der Schöpfung gegenwärtig. Aber die Schöpfung ist nicht Gott. Daher dürfen wir die Schöpfung auch nicht anbeten. Steine, Bäume, kosmische Kräfte etc. und auch Menschen dürfen nicht Gott ersetzen, indem wir uns auf sie verlassen und sie verherrlichen anstatt Gott, wie das manchmal in der Esoterik geschieht. Das wäre Götzendienst. Die Dreifaltigkeit bringt uns Gott viel näher, als das in anderen Religionen möglich ist. Die anderen Religionen kennen keinen Gott, der sowohl mein Vater als auch mein Freund und Bruder ist. Sie kennen keinen Hl.Geist, der Liebe ist. Unser Gott ist gleichsam einer von uns. Deswegen sollten wir dankbar sein und unseren Dreifaltigen Gott loben und preisen.
Ich wünsche Euch den Segen dieses unsagbar großen und dreifaltigen Gottes.
Günther Berwanger


13. Glaubensimpuls aus der Wissenschaft, Mai 2017

3. Teil: Licht und Wahrheit

Liebe Freunde,
ergänzend zum 11. und 12. Glaubensimpuls möchte ich noch im Besonderen auf den Zusammenhang von Licht und Wahrheit hinweisen.
Licht und Wahrheit sind in der Bibel Synonyme für Gott. Zum Beispiel:
Gott ist Licht und Finsternis ist nicht in ihm (1.Joh 1,5)
In der Bibel werden die Menschen neben Kinder Gottes auch Kinder des Lichts genannt. (Eph 5,9 oder Thes 5,5)
Jesus bezeichnet sich selbst als die Wahrheit ( Joh 14,6), und in der Theologie ist Gott ebenfalls als Wahrheit definiert. (Deus est unum, bonum, verum, pulchrum.)
In der Naturwissenschaft ist es der Urknall, der einerseits auf die letzte Wahrheit in der Kausalkette (Ursache - Wirkungskette) hinweist, andererseits aber ein plötzliches Aufstrahlen von Licht darstellt. Wenn wir den Urknall hinterfragen, also die letzte und absolute Wahrheit suchen, dann kann seine Ursache nur “ außerhalb“ des Universums liegen. “Außerhalb“ des Universums gibt es keine Materie. Die Ursache des Urknalls kann daher nicht materiell sein.
Die Relativitätstheorie von Einstein gilt nur innerhalb des Universums. Außerhalb von Raum und Zeit gibt es keine Relativität. Die letzte Ursache muss also eine absolute Größe sein, muss immateriell sein, und sie muss unabhängig von Raum und Zeit (transzendent) sein. Es gibt nur eine physikalische Größe mit diesen Eigenschaften, und das ist Licht. (Siehe 11. Glaubensimpuls).
Auch in der Physik führen also die Begriffe Wahrheit und Licht – in wunderbarer Übereinstimmung mit unserem christlichen Glauben - unmittelbar zu Gott.
Alles Liebe von
Günther Berwanger


12. Glaubensimpuls aus der Wissenschaft, April 2017

Was ist Licht?
2. Teil: Licht und Leben.

Liebe Freunde, im letzten Glaubensimpuls habe ich gezeigt, dass Licht nicht nur in der Bibel ein Synonym für Gott ist, sondern auch naturwissenschaftlich als Synonym für Gott gesehen werden kann. Gott (Jesus) sagt aber auch: Ich bin das Leben. Auch die Fundamentaltheologie (Prof. Ivancic) lehrt, dass Gott (Heiliger Geist) die Quelle des Lebens ist. Ohne Gott kein Leben! Die Naturwissenschaft erkennt: Ohne Licht kein Leben. Beide, Gott und Licht werden als letzte Ursache für das Leben genannt. Der logische Schluss: Gott ist (auch) Licht drängt sich uns auch hier wieder auf.

Nun, wie begründet unser Glaube die Aussage: Ohne Gott kein Leben, und wie begründet die Naturwissenschaft den Satz: Ohne Licht kein Leben?
Liebe Freunde, neben der toten Materie gibt es auf der Welt auch etwas, was wir Leben nennen. Das, was Leben hat, unterscheidet sich ganz wesentlich von dem, was tot ist. Leben war von Anfang an da, noch bevor es die materielle Welt gab. Der Johannes-Prolog berichtet von Jesus als dem Wort, das von Anfang an war: „Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.“ Und dann heißt es weiter: „Denn wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben das Leben in sich zu haben.“ (Joh 5, 26). Und weiter: „Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will.“ (Joh 5, 21) Alles Leben geht also auf Jesus zurück, und zwar von Anfang an.
Das Leben wiederum ist in der Bibel eng verknüpft mit dem Licht. Es gibt 16 Stellen in der Bibel, in denen Licht und Leben zueinander in Beziehung gesetzt werden, oder sogar vom „Licht des Lebens“ gesprochen wird. (Ps 56,14; Joh 8, 12) Im Johannes-Prolog steht: „In ihm (Jesus) war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen....“
Auch in der Physik ist Licht so eng mit dem Leben verbunden, dass man auch hier vom Licht des Lebens sprechen kann. Der deutsche Physiker Popp hat gezeigt, dass ein lebender Organismus letztlich nicht von Vitaminen, Coenzymen und Botenstoffen gesteuert wird, sondern von Photonen. Photonen sind für die molekulare Kommunikation in einem lebenden Organismus verantwortlich. Popp nannte sie Biophotonen. Biophotonen sind das Licht, das aus der Zelle kommt. Es gibt also im Menschen ein ihm eigenes Licht. Über das Licht kommunizieren die Organellen innerhalb einer Zelle und kommunizieren die Zellen untereinander. Und dieses Licht ist in unserem Organismus allgegenwärtig und so dominant, dass es praktisch das biologische Leben ausmacht. Ohne dieses Licht würde Leben nicht funktionieren. Das heißt: Ohne Licht kein Leben.
Aber auch Licht, das von außen kommt, spielt für unser Leben eine große Rolle. Dunkelheit, also Mangel an Licht, wirkt auf uns bedrohlich, ist gegen unser Leben gerichtet. Licht hingegen bedeutet für den Menschen Leben. Wir sind von der Zeugung an eingebettet in eine Fülle von elektromagnetischen Feldern, und alle unsere Sinnesorgane sind auf die Verarbeitung dieser elektromagnetischen Informationen, also auf die Verarbeitung von Licht, ausgerichtet. Der Molekularbiologe Bruce Lipton behauptet sogar, dass die Interaktion von äußeren elektromagnetischen Informationen mit den körpereigenen elektromagnetischen Systemen für die Evolution verantwortlich ist und nicht der Zufall im Darwin‘schen Sinne.
Auch das Sterben hat etwas mit Licht zu tun. Das Letzte, das eine lebende Zelle tut, wenn sie stirbt, ist die Aussendung eines Lichtblitzes. Ein Lichtblitz zeigt den Zelltod an. Auch hier haben wir die Verknüpfung von Leben mit Licht. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Leichentuch von Turin. Auf dem Tuch ist der Leichnam Jesu so abgebildet, als wäre das Tuch von innen heraus wie mit einem Blitz belichtet worden. Sowohl wissenschaftlich gesehen als auch biblisch gesehen ist Licht also eng mit dem Leben verknüpft. Auch umgangssprachlich spricht man vom Erlöschen des Lebenslichtleins oder vom Ausblasen des Lebenslichtes.

Liebe Freunde, wiederum zeigt sich, dass Naturwissenschaft und Glaube auch in Bezug auf Gott, Licht und Leben zur gleichen Erkenntnis kommen, sie sprechen in verschiedenen Sprachen, aber sie sagen dasselbe.


11. Glaubensimpuls aus der Wissenschaft, März 2017

Was ist Licht?
1.Teil: Gott ist Licht und Finsternis ist nicht in ihm. (Joh 1,5)

Liebe Freunde, sowohl die Physik als auch die Bibel sagen, dass das Licht als Erstes in die Welt gekommen ist. Gott sprach: „Es werde Licht, und es ward Licht.“ (Gen 1,3). Und auch der Urknall, wie ihn die Physik beschreibt, war ein plötzliches Aufstrahlen von Licht. Das Licht kam also mit dem Schöpfungsakt in diese Welt. Licht muss also etwas mit dem Schöpfer zu tun haben, der schon "vor“ und "außerhalb“ dieser Welt existiert hat.
Das Wort Licht kommt in der Bibel 243 mal vor. Neben seiner gewöhnlichen Bedeutung wird es oft auch im Zusammenhang mit Gott erwähnt und mehrere Male auch als Synonym für Gott. Im täglichen Leben verwenden wir den Begriff Licht in verschiedenster Weise, aber was ist Licht physikalisch betrachtet?
James Clerk Maxwell konnte zwar mit seinen berühmten mathematischen Gleichungen die Funktionsweise von elektromagnetischen Schwingungen (= Licht) beschreiben, aber wir wissen trotzdem nicht genau, was Licht ist. Woraus besteht Licht? Wenn wir sagen Licht besteht aus Energie, wird es nur noch nebuloser. Wärme ist nämlich auch Energie und Masse entspricht auch einer Energie. Auch Arbeit ist eine physikalische Größe, die der Energie gleichwertig ist. Energie ist überhaupt ein Hilfswort für vieles, was wir nicht genau kennen, und ist daher ein beliebter Begriff in der Esoterik. Energie kann man nicht messen, man kann sie nur berechnen.
Besteht Licht überhaupt aus etwas? Licht hat im deterministisch-physikalischen Sinne noch niemand gesehen. Eine Apparatur kann Licht nicht sehen. Sehen ist zuerst ein psychischer Vorgang, der dann von unserem menschlichen Geist interpretiert wird. Licht hilft uns, etwas zu sehen, indem es Informationen von einem beleuchteten Gegenstand aufnimmt und diese dann in unserem Auge an den Sehnerv weitergibt. Im Gehirn werden dann diese Informationen von unserer Psyche zu Farbe und Gestalt verarbeitet. Das Photon trägt also die Information in unser Auge, aber das Photon selbst können wir nicht sehen. Wir benutzen zwar Wirkungen des Lichtes in seinen verschiedensten Erscheinungsformen - Wärmestrahlung, Radiowellen, Farben, Röntgenstrahlung, Gamma-Strahlung etc., - aber wir wissen dennoch nicht genau, was Licht ist. Licht war das Erste bei der Weltentstehung, und Licht ist das Letzte beim Beenden des biologischen Lebens, Licht ist überall im Weltall und spielt bei allen kosmischen Ereignissen die Hauptrolle. Licht erzeugt seit dem Urknall immer wieder neu Materie und bildet so auch immer wieder neu Sterne und Galaxien. Materie ist gespeicherte Lichtenergie. Unter bestimmten Bedingungen kann Materie auch wieder in Licht umgewandelt werden (Kernfusion, Kernspaltung oder wenn Materie auf Antimaterie trifft). Unsere Sonne verliert auf diese Weise 4,3 Mill. Tonnen pro Sekunde an Masse.
Licht ist in der kleinsten lebenden Zelle vorhanden und spielt bei allen Vorgängen in der Zelle die Hauptrolle. Ohne Licht gibt es kein Leben. Auch wir Menschen verdanken dem Licht Leib und Leben.
Licht ist bei allen atomaren und subatomaren Vorgängen der entscheidende Faktor. Licht ist auch imstande, technische Einrichtungen zu steuern (Lichtschranken, Bewegungsmelder, GPS etc.) Licht ist nach dem Molekularbiologen Bruce Lipton der Motor für die Evolution. Licht liefert gleichsam die Antriebskraft für die Evolution. Licht ist auch aus keiner Kunstrichtung wegzudenken. Licht scheint der Schlüssel zum Geheimnis der Welt zu sein.
Nach Einsteins Relativitätstheorie ist alles relativ. Sogar Raum und Zeit sind relativ, das heißt, sie können von verschiedenen Personen verschieden gesehen werden und mit unterschiedlichen Ergebnissen gemessen werden. Nur Licht ist in der Physik die einzige absolute Größe. Licht ist auch eine transzendente Größe, denn laut Relativitätstheorie existiert für das Licht weder Raum noch Zeit. Für das Licht schrumpft jede räumliche und zeitliche Distanz auf Null. Und doch hat das Licht vom Urknall angefangen das vierdimensionale Raum-Zeit-Kontinuum für uns aufgespannt, Materie entstehen lassen und so das Universum für uns gebaut und nur für uns Menschen gebaut, denn nur wir Menschen können Raum und Zeit erkennen.
Sowohl die Physik wie auch die Bibel sagen also, dass durch das Licht alles geworden ist. Die Bibel bezeichnet seit 2000 Jahren mit prophetischer Weisheit Jesus als das Licht, das in die Welt gekommen ist. Unser Glaube unterscheidet sich von den Aussagen der Wissenschaft nur dadurch, dass der Glaube auch Herkunft und Ursprung des Lichtes und damit auch den Ursprung des Lebens benennt: Jesus ist Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gott ... Abglanz des ewigen Vaters. Seine Hoheit überstrahlt den Himmel...Er leuchtet wie das Licht der Sonne, ein Kranz von Strahlen umgibt ihn, in ihnen verbirgt sich seine Macht. (Kleines Stundenbuch, Freitag-Laudes der 2. Woche) Und: In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. (Joh 1,4).
Nicht nur der Johannesprolog berichtet von Gott als dem wahren Licht, auch im 1. Johannesbrief steht: „Dies ist die Botschaft, die wir von ihm (Christus) gehört haben und euch verkünden. Gott ist Licht und Finsternis ist nicht in ihm.“ Weiters berichtet die Bibel, dass es in der kommenden Welt weder Sonne noch Mond geben werde, denn Gott werde das Licht sein.
Auch in der Physik kann man die Ursache von Raum und Zeit und allem materiellen Sein und auch allem, was zum Leben gehört, dem einzigen Absoluten in der Physik, dem Transzendental Licht zuordnen. Auch in der Physik führt also der Begriff Licht zu einem Synonym für Gott. Meiner Meinung nach wäre es heute durchaus sinnvoll, die theologische Definition von Gott zu erweitern auf: Deus est unum, bonum, verum, pulchrum et lumen. (Ich will natürlich nicht der Glaubenskongregation in Rom vorgreifen.)

So bestätigen und ergänzen sich Glaube und Wissenschaft wieder auf wunderbare Weise. Ich staune immer wieder mit großer Freude, wie exakt die Naturwissenschaft unseren christlichen Glauben widerspiegelt.
Es grüßt euch herzlich
Günther Berwanger

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10. Glaubensimpuls aus der Wissenschaft, Februar 2017

Kann man Gott begegnen?

Liebe Freunde, eine Gottbegegnung kannst du nicht beweisen, aber du kannst sie erkennen, wenn sie dir widerfährt. Du kannst Gerechtigkeit nicht nachweisen, aber du kannst Gerechtigkeit erkennen, wenn sie dir widerfährt. Du kannst Liebe nicht beweisen, aber du erkennst die Liebe, wenn sie dich trifft. Einem Blinden kannst du Licht nicht erklären, aber er kann Licht erkennen in dem Augenblick, da er es "sieht“. Genau so kannst du eine Gottbegegnung nicht beweisen, aber du kannst sie erkennen, wenn sie dir widerfährt.
Prof. Ivancic schreibt in seinem Buch Wiederkehr der Hoffnung: „Eine Gotterfahrung ist wie das Licht eines Blitzes, das einen Augenblick lang aufleuchtet, und dessen Schein sich dann über Dein ganzes Leben hin ergießt. Dieser Lichtblitz kann sehr sanft sein, aber er genügt, um dir den Weg zu weisen.“ Er kann aber auch so stark sein, dass er dich zu Boden wirft, wie das dem Apostel Paulus passiert ist (Apg. 9,2 ff).
Gott kann Dir auf vielerlei Weise begegnen. Der normale Weg zu einem Gotterlebnis ist das Gebet. Viele kleine Gottesserfahrungen in einem beharrlichen Gebet halten dich auf dem rechten Weg, und irgendwann erkennst Du, dass Jesus persönlich mit Dir auf dem Weg ist und Dein ständiger Begleiter ist. Gott kann dir schon im Kindesalter zärtlich und sachte, fast unbemerkt begegnen. Im Gebet der Eltern, später in anderen Menschen, vielleicht in einem Priester. Du merkst es zuerst gar nicht. Dein Glaube wächst mit deinem Gebet unbemerkt von dir selbst. Du lebst von Kind an ständig in der Gegenwart Gottes, ohne dass dir das bewusst sein muss. Viele kleine Erlebnisse sammeln sich zu einer größeren Gottesschau. Und irgendwann kommt das Schlüsselerlebnis. Auf einmal stellst du fest, dass du ohne Gott nicht mehr froh bist. Für Gott würdest du alles tun, und Du richtest Dein Leben nach Gott aus, auch wenn es Opfer erfordert. Ich kenne solche Menschen in meiner Pfarre. Auch bei vielen Priestern und Nonnen ist es so gelaufen.
Andere Menschen wiederum, besonders Ungläubige oder gar Atheisten oder besonders kopflastige Menschen oder Menschen, die nicht beten, brauchen ein "Hammererlebnis“, damit sie auf Gott aufmerksam werden und umkehren. Wieder ein anderer braucht ein Wunder, damit er Gott erkennt. Und dazwischen gibt es so viele Arten der Gottbegegnung, wie es Menschen gibt. Jeder hat seine spezielle, nur auf ihn zugeschnittene Gottbegegnung. Eine Gottbegegnung ist nicht etwas, was man selbst herbeiführen kann, man kann aber um sie beten. Eine Gottbegegnung ist etwas, das einem dann einfach passiert. Aber immer ist sie ein tief in die Seele und in den geistigen Bereich eingreifendes, manchmal sehr emotionelles Erlebnis, das imstande ist, deine Lebenseinstellung dauerhaft zu ändern.
Stellvertretend für viele andere Zeugnisse möchte ich das bemerkenswerte Gotterlebnis des Andre Frossard anführen:
Frossard ist einer der bedeutendsten Journalisten und Schriftsteller Europas. Sein Vater war der Gründer und erste Generalsekretär der Kommunistischen Partei Frankreichs. Der 20-jährige Andre Frossard hatte für Leute, die an das Märchen von Gott glaubten, nur ein spöttisches Lächeln. Die katholische Kirche war für ihn absolut bedeutungslos. Er war überzeugt, dass diese altmodische Kirche bald von selbst zugrunde gehen werde. Am 8. Juni 1935 lud ihn sein christlicher Freund Villemin zu einem Essen in ein Restaurant in der Rue d‘Ulm (Paris) ein. Als sie bei der Kapelle der Schwestern von der Sühnenden Anbetung vorbeikamen, sagte sein Freund, er hätte noch etwas zu erledigen, und ging in die Kapelle hinein. Als Frossard nach drei oder vier Minuten des Wartens müde wurde, stieß er selbst die kleine Eisentüre der Kapelle auf und ging hinein, um seinen Kameraden zu suchen. Und da ist es ihm passiert. Der Himmel stürzte auf ihn zu. Rossard berichtet: „In diesem Augenblick bricht jäh eine Welle von Wundern los, deren unerbittliche Gewalt in einem Nu von dem absurden Wesen, das ich bin, die Hülle reißen und das Kind, das ich nie gewesen bin, geblendet von dem Glanz, ans Tageslicht bringen wird.... Ich sage nicht: der Himmel öffnet sich; er öffnet sich nicht, er stürzt auf mich zu, schießt plötzlich wie ein stummes Wetterleuchten aus der Kapelle empor, wo er - wie hätte ich es ahnen können? - auf geheimnisvolle Weise eingeschlossen war......Es ist die Wirklichkeit, es ist die Wahrheit, ich sehe sie vom dunklen Strand aus, wo ich noch festgehalten bin. Es ist eine Ordnung im Universum, und an ihrer Spitze, jenseits dieses funkelnden Nebelschleiers, ist die Evidenz Gottes, die Evidenz, die Gegenwart ist, die Evidenz, die Person ist, die Person dessen, den ich vor einer Sekunde noch geleugnet habe, den die Christen unseren Vater nennen und dessen milde Güte ich an mir erfahre, eine Milde, die keiner anderen gleicht, die nicht die manchmal mit diesem Namen bezeichnete passive Eigenschaft ist, sondern eine aktive, durchdringende, eine Milde, die alle Gewalt übertrifft, die fähig ist, den härtesten Stein zu zerbrechen und was härter ist als der Stein - das menschliche Herz. Ihr überwältigender Einbruch ist begleitet von einer Freude, die nichts anderes ist als der Jubel des vom Tod Erretteten.....“
Als Frossard aus der Kapelle heraus kam, war er ein überzeugter Katholik. Er hatte den Mut, alle Funktionen in der kommunistischen Partei zurück zu legen. Später schrieb er die Bücher "Gott existiert, ich bin ihm begegnet“ und "Es gibt eine andere Welt.“
Auch mein persönliches Umkehrerlebnis fällt in diese Kategorie der tiefgreifenden irreversibel das Leben prägenden Gotterfahrungen:
Am Silvesterabend des Jahres 83/84 waren meine verstorbene Frau Evelyn und ich das erste Mal in Medjugorje. Gleich nach unserer Ankunft bot sich uns die Gelegenheit einer Marienerscheinung mit den Seherkindern beizuwohnen. Da hat mir die Gottesmutter völlig unerwartet ein für mich unfassbares, wunderbares, tiefgreifendes und nachhaltiges Gotterlebnis beschert. Als die Seherkinder nach kurzem Gebet gleichzeitig auf die Knie fielen öffnete sich für mich der Himmel. Mit voller Wucht traf mich ein noch nie erlebter, gewaltiger Gefühlssturm. Wie bei einem Urknall wurde in mir eine neue Welt geboren. Ein Licht strahlte in mir auf und ein unglaubliches Glücksgefühl überwältigte mich. Aber auch das Wissen um meine Unzulänglichkeit war da, wie nie zuvor und wie nie nachher. Äußerlich in Tränen aufgelöst schien es mir, als würde ich auch innerlich aufgelöst und neu wieder zusammengesetzt. Binnen 12 Minuten war Gott von meinem Kopf in mein Herz übersiedelt. Ich war erfüllt von der absoluten Sicherheit, dass Gott existiert, dass es Gott gibt, und mehr noch, dass Gott mich unendlich liebt. Das hat mich tief bis ins Knochenmark getroffen. Hundertmal habe ich vorher schon gehört, dass Gott uns liebt. Im Religionsunterricht, in der Kirche bei der Sonntagsmesse, aber es hat mich nicht berührt. Die Botschaft ist an mir vorbei gegangen. Aber in Medjugorje hat mich die Liebe Gottes ganz plötzlich und unerwartet und mit solcher Macht getroffen, dass ich es nicht in Worte fassen kann. Ich spürte die Anwesenheit Mariens, und ich wusste, sie war die Initiatorin dieses Gefühlssturms, aber sie stand im Hintergrund. Im Vordergrund war das Gotterlebnis. Von jetzt an stand die Vernunft unter der Herrschaft meines Herzens. Von da an begann ich auch mein Leben nach Gott auszurichten, nicht nur den Kopf. Wo vorher nur Wissen war, begann jetzt die Erfahrung, die persönliche Begegnung mit dem lebendigen Gott im täglichen Leben. - Das war der Beginn eines Weges, der mich zuerst in die Charismatische Erneuerung und später auch in die Gemeinschaft Gebet & Wort geführt hat und mich letztlich bewogen hat, diese Glaubensimpulse zu schreiben.
Gott segne Euch! Günther Berwanger

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 9. Glaubensimpuls aus der Wissenschaft - Jänner 2017


Wissenschaft und Glaube III.

Der Mensch braucht Argumente für den Glauben:

Liebe Freunde, der Mensch ist von Natur aus ein glaubendes Wesen, aber er braucht, um glauben zu können, auch ernst zu nehmende Argumente für den Glauben. In den modernen Naturwissenschaften gibt es kein einziges ernst zu nehmendes Argument, das gegen den christlichen Schöpfergott sprechen würde, wohl aber gibt es sehr viele Argumente, die für Gott sprechen. Wenn den Menschen die Argumente für die Sinnhaftigkeit des Glaubens nicht vom Christentum vermittelt werden, werden sich die Menschen einer anderen Religion zuwenden oder einen Glaubensersatz in der Esoterik und im New Age suchen. Dort nehmen dann simple Naturkräfte oder irgendwelche Idole (Madonna, Elvis Presley etc.) die Stelle von Gott ein, oder die Menschen sehen in Leitfiguren totalitärer Ideologien ihr Heil (Hitler, Stalin etc.).

Viele Menschen wissen auch ganz allgemein über den christlichen Glauben und über die Kirche zu wenig. Sie meinen, alle Religionen seien gleichwertig. Sie kennen nicht die Argumente, die den christlichen Glauben vor allen anderen Religionen auszeichnet. Solche Argumente für Glaube, Gott und die Kirche hört man bestenfalls in Spezialseminaren für ohnehin schon Gläubige. Ich aber meine, dass solche Argumente in den Religionsunterricht und zusätzlich zum Evangelium auch auf die Kanzel gehören. Wir scheuen uns heute, in Liebe darauf hinzuweisen, dass eben nicht alle Religionen gleichwertig sind, und wir getrauen uns weder in der Öffentlichkeit noch in privaten Kreisen zu bekennen, dass der christliche Glaube den höheren Wahrheitsgehalt hat, weil wir fürchten, als Fundamentalisten oder Sektierer eingestuft zu werden.

Viele Menschen, die vom christlichen Glauben nichts oder wenig halten, weil der Glaube in ihren Familien nicht gelebt wurde, und die auch von der Kirche nicht erreicht werden können, weil die Kirche sich in ihrer Glaubensverkündigung in der Vergangenheit nur auf die ohnehin gläubigen Kirchbesucher beschränkt hat, brauchen zuerst einmal nüchterne, logische Argumente für die Existenz Gottes, damit Gott überhaupt einmal einen Platz im Kopf und im Denken der Menschen einnimmt. Und da die Naturwissenschaften in der heutigen Gesellschaft einen besonders hohen Rang einnehmen, ist die Akzeptanz von wissenschaftlichen Argumenten für die Sinnhaftigkeit des Glaubens besonders groß. Aber es muss jedem Evangelisator auch klar sein, dass solche Argumente allein noch kein Garant dafür sind, dass der Mensch derentwegen auch sein Leben nach Gott ausrichtet. Um zu einer persönlichen Beziehung zu Gott zu kommen, brauchen die meisten Menschen wohl noch eine persönliche Gotterfahrung, die bewirkt, dass Gott vom Kopf in das Herz des Menschen gelangt. Die Muttergottes betont in Medjugorje immer wieder: Wenn der Glaube in deinem Leben etwas bewirken soll, muss er vom Herzen kommen. Wenn dein Glaube nur im Kopf ist, bewirkt er nicht viel. Wenn ich weiß, es gibt Gott, diesen Gott aber nicht mit meinem Herzen annehmen kann, ihn nicht in mein Leben hereinnehmen kann, dann werde ich mit diesem Gott auch nur selten oder gar nicht reden, d.h. ich werde - wenn überhaupt - nur wenig beten. Dann ist der Glaube zwar nicht ganz unnütz, aber Gott kann nur beschränkt in mein Leben eingreifen.

Man darf eine Gotterfahrung aber nicht mit einer kurzlebigen euphorischen
Gefühlswallung verwechseln. Unser Glaube, unser Christsein darf sich nicht nur in Gefühlsregungen erschöpfen. Für wen nur Gefühle und euphorische Erlebnisse zählen, wenn es um ewige, göttliche Wahrheiten geht, dessen Gefühls-Christentum kann leicht ins Wanken geraten, wenn er meint, enttäuscht und verletzt worden zu sein: Warum erhört Gott mein Gebet nicht? Warum trifft gerade mich solches Leid? Warum muss mein geliebtes Kind sterben?...... Oder er ist von der Moral einzelner Vertreter der Kirche so enttäuscht, dass er diese Enttäuschung auf die ganze Kirche überträgt. Er beginnt an der Kirche und damit am katholischen Glauben zu zweifeln. Oder: Was ich bis jetzt für wahr gehalten habe, soll jetzt nicht mehr gelten? Z.B.: Ein falsches Gottesbild, das korrigiert werden muss. Oder er kann liturgische Änderungen durch das Konzil nicht annehmen. Wer die Demut nicht aufbringt, eine gesamtkirchliche Entscheidung hinzunehmen, die auf die Erfahrungen und Formulierungen vieler Jahrhunderte aufbaut und stattdessen seine Gefühle und "seine Erfahrungen“ über alles andere stellt und mit aus dem Zusammenhang genommenen Bibelzitaten oder Papstäußerungen argumentiert, ohne alles dem Gesamtzusammenhang einzuordnen, der kann den Glauben an die Kirche und damit auch den katholischen Glauben verlieren. Der Mensch braucht daher neben einer emotionalen Einstellung zum Glauben auch nüchterne, logische Argumente für den Glauben, damit negative emotionale Erlebnisse nicht zum Glaubensverlust führen.

Natürlich weiß ein gläubiger Christ auch, dass der Glaubensverfall biblisch ist und in der Bibel vorausgesagt ist (Tim 3,1; 2 Petr 3,3; 1 Joh 2,18; Mt 24; Mk 13; Lk 21; 2 Thess 2 u.a.), und dass es biblisch wie auch außerbiblisch vernünftige Argumente dafür gibt, dass der Sieg des christlichen Glaubens dennoch vorprogrammiert ist, aber das heißt nicht, dass wir die Hände in den Schoß legen dürfen. Es gibt Handlungsbedarf, und Gott hat unser Handeln mit eingeplant.

In Liebe,
Günther Berwanger

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8. Glaubensimpuls aus der Wissenschaft - Dezember 2016

Glaube und Wissenschaft II.
Naturwissenschafter bezeugen Gott.

Um ein Dilemma zwischen Wissenschaft und Glaube zu vermeiden, hat man im 19. und 2o. Jahrhundert die strenge Trennung von Wissenschaft und Glaube propagiert - mit fatalen Folgen. Die Trennung von Wissenschaft und Glaube verlieh den Atheisten neuen Auftrieb. Sie sahen ihre Auffassung bestätigt, dass Glaube ein „blinder“ Glaube sei, der im Widerspruch zur Vernunft stehe.

Auf der berühmten Solvay-Konferenz im Jahre 1927 (ein Treffen der Top-Wissenschaftler jener Zeit) hat Wolfgang Pauli, ein Quantenphysiker und Nobelpreisträger, in einem Gespräch mit Werner Heisenberg, ebenfalls Quantenphysiker und Nobelpreisträger, folgendes geäußert:

„Die vollständige Trennung von Wissen und Glauben ist sicher nur ein Notbehelf für sehr begrenzte Zeit. Im westlichen Kulturkreis zum Beispiel könnte in nicht zu ferner Zukunft der Zeitpunkt kommen, zu dem die Gleichnisse und Bilder der bisherigen Religion auch für das einfache Volk keine Überzeugungskraft mehr besitzen; dann wird, so fürchte ich, auch die bisherige Ethik in sich zusammenbrechen, und es werden Dinge geschehen von einer Schrecklichkeit, von der wir uns jetzt noch gar keine Vorstellung machen können.“

Der Physiker und Raketen-Spezialist Wernher von Braun sagte: „Nur ein erneuter Glaube an Gott kann die Wandlung herbeiführen, die unsere Welt vor der Katastrophe retten könnte. Wissenschaft und Religion sind dabei Geschwister, keine Gegensätze.“

Wie prophetisch diese Äußerungen waren, zeigt sich heute ganz deutlich. Die Trennung von Wissenschaft und Glaube führte und führt zu moralischen Exzessen im Namen der Wissenschaft und des Fortschrittes und im Namen der Freiheit der Forschung. Wir wissen, was z. B. alles in der Gentechnologie, der Zellbiologie und Molekularbiologie am embryonalen Leben verbrochen wird. Die Verwahrlosung der Moral in der Gesellschaft, die Legalisierung von Abtreibung und Euthanasie ist die Folge. Das Leben wird immer weniger geachtet. Es wird immer mehr nur zu einem Objekt, zu einem Objekt der Forschung. So wichtig die wissenschaftliche Forschung zur Steigerung von Wohlstand und Lebensqualität auch sein mag, so ist es doch höchste Zeit, Wissenschaft und Forschung wieder in den Kontext zur Moral zu bringen. Es ist höchste Zeit, diese vermeintliche Unvereinbarkeit von Wissenschaft und Glaube wieder aufzuheben, indem man die Ergebnisse der modernen Physik, der modernen Neurologie und Gehirnforschung, der modernen Zweige der Biologie und der modernen Psychologie für eine breitere Gesellschaftsschicht verständlich interpretiert. Die Psychologie des 20./21. Jahrhunderts kommt nicht mehr ohne den Gottesbegriff und ohne die Unterscheidung von Körper, Seele und Geist aus. Auch in der modernen Gehirnforschung tauchen diese Begriffe auf, und selbst in der Quantenphysik ist der Geist, der im gesamten Universum mit schöpferischer Kraft wirkt, ein fundamentaler Begriff geworden. (Ich werde in späteren Impulsen darüber Genaueres berichten.).

So wie der Glaube einen Bezug zur Vernunft haben muss, so muss auch umgekehrt jede Erkenntnis der Wissenschaft wieder einen Bezug im Glauben finden. Über die Wissenschaft wird ja nicht nur die Größe und Erhabenheit der Schöpfung offenbar, sondern auch die Größe und Majestät des Schöpfers. Schon im Römerbrief 1, 20 des Neuen Testamentes heißt es: „Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit.“ Die moderne Naturwissenschaft hat dieses Paulus-Zitat voll bestätigt.

Gott hat nicht zwei verschiedene Welten geschaffen, eine religiös theologische und eine wissenschaftliche Welt, die miteinander nichts zu tun hätten, weil sie unvereinbar wären. Quasi am Sonntag bin ich ein religiöser und gläubiger Mensch und werktags distanziere ich mich vom Glauben, weil ich wissenschaftlich arbeite. Einer der ersten Wissenschafter, der diesem Zwitter-Dasein mutig in aller Öffentlichkeit eine klare Absage erteilte, war der italienische Physik-Nobelpreisträger G. Marconi (1874-1937): „Ich erkläre mit Stolz, dass ich gläubig bin. Ich glaube an die Macht des Gebetes. Ich glaube nicht nur als Katholik, sondern auch als Wissenschaftler.“ 

Fast alle Physiker finden im Glauben eine Bestätigung und Ergänzung ihres Wissens. Sie sagen: Mein Wissen entfernt mich nicht von Gott, sondern bringt mich Gott näher. Tatsache ist nämlich, dass das geistige Weltbild, das der Glaube vermittelt, in keinem Widerspruch steht zum naturwissenschaftlichen Weltbild, wie es die moderne Physik vermittelt. Das geht so weit, dass die Wissenschafter des 20. Jahrhunderts gesagt haben: Wenn es Gott nicht schon gäbe, dann müsste ihn die moderne Physik heute fordern, und er wäre die bedeutendste wissenschaftliche Entdeckung überhaupt. Und Max Planck, der Begründer der Quantenphysik und Nobelpreisträger, sagte: „Wohin und wieweit wir auch blicken mögen, zwischen Religion und Wissenschaft finden wir nirgends einen Widerspruch, wohl aber in den entscheidenden Punkten volle Übereinstimmung. Religion und Naturwissenschaft schließen sich nicht aus, sondern ergänzen und bedingen einander. “  

Ernest Rutherford, Begründer der modernen Atomphysik und Nobelpreisträger 1908, sagt: „Es ist eine irrige Auffassung, dass der Gelehrte, der mehr vom Sein weiß als andere, darum gottlos sein müsste. Ganz im Gegenteil. Unsere Arbeit bringt uns Gott näher. Sie erhöht unsere Ehrfurcht vor seiner gigantischen Macht, vor der unsere armseligen Werkzeuge - so titanenhaft sie auf Erden auch erscheinen mögen - jämmerlich versagen“.

Friedrich Dessauer, Begründer der Quantenbiologie, meint: „Wenn in den letzten 70 Jahren der Strom der Entdeckungen und Erfindungen so übergewaltig in unsere Zeit eindrang, so heißt das, dass Gott, der Schöpfer, lauter, vernehmlicher als je durch Forscher und Erfinder zu uns spricht.“)

Je tiefer heute die Forscher in die Geheimnisse der Natur eindringen, umso unbegreiflicher und wunderbarer erscheint sie ihnen. Erwin Schrödinger, Begründer der Wellenmechanik und Nobelpreisträger 1933, sagte auf die Frage Was ist Leben?“: „Die Aufbauelemente des Lebendigen sind kein plumpes Menschenwerk, sondern das feinste Meisterstück, das jemals nach den Leitprinzipien von Gottes Quantenmechanik vollendet wurde.“  

Arthur Eddington, ein Astro-Physiker (er lieferte die theoretischen Grundlagen für die Berechnung der Sternenentwicklung), meinte: „Die moderne Physik führt uns notwendig zu Gott hin, nicht von ihm fort. Keiner der Erfinder des Atheismus war Naturwissenschaftler, alle waren sie sehr mittelmäßige Philosophen.“  Eddington hatte offenbar eine Abneigung gegen atheistische Philosophen.

Pascual Jordan, ein theoretischer Physiker, war der Meinung: „Die heutige naturwissenschaftliche Erkenntnis liefert keinen Einwand mehr gegen einen Schöpfergott.“

Aber nicht nur fast alle modernen Physiker, insbesondere die Nobelpreisträger, bezeugen öffentlich einen Schöpfer-Gott, auch die Physiker der Aufklärungszeit ließen sich von den atheistischen  Philosophen nicht beirren:

Isaak Newton (1643-1727), Englischer Mathematiker, Physiker und Astronom, Begründer der klassischen theoretischen Physik, Entdecker der Gravitationsgesetze, sagte: „Die wunderbare Einrichtung und Harmonie des Weltalls kann nur nach dem Plane eines allwissenden und allmächtigen Wesens zustande gekommen sein. Das ist und bleibt meine letzte und höchste Erkenntnis.“ 

Karl von Linne (1707-1778), Begründer der modernen Botanik, bekennt: „Den ewigen, unendlichen, allwissenden und allmächtigen Gott habe ich vorüberziehen sehen, und ich bin vor Ehrfurcht in die Knie gesunken.“

Hans Oersted (1777-1851), Dänischer Physiker, Entdecker des Elektromagnetismus: „Jede gründliche Naturuntersuchung führt zur Gotteserkenntnis… Wüsste man es nicht zuvor, so müsste man es hier lernen, dass wir nichts sind gegen Gott, aber etwas durch Gott.“

James Clerk Maxwell (1831 - 1879). Ihm gelang es, die elektromagnetischen Phänomene mit Differentialgleichungen vollständig zu beschreiben. Er ließ über der Tür des berühmten Cavendish Physics Laboratory in Cambridge den Psalmvers 111,2 einmeißeln: „Groß sind die Werke des Herrn, zu erforschen von allen, die sich an ihnen freuen.“

Liebe Freunde, mit dieser kleinen und bei weitem unvollständigen Auswahl von Zitaten, die den Glauben großer Wissenschafter bezeugen, möchte ich zeigen, dass Naturwissenschaft und Glaube durchaus vereinbar sind. Was könnte die vermeintliche Unvereinbarkeit besser widerlegen als die Zeugnisse von Top-Wissenschaftern. Sie können Vereinbarkeit und Unvereinbarkeit wohl am besten beurteilen. An ihnen können sich Zweifler ruhigen Gewissens orientieren. Sie bezeugen mit ihren Aussagen letztlich auch den, der vor 2000 Jahren in der altrömischen Provinz Syrien in einer kleinen Stadt im Landstrich Galiläa in einem armseligen Stall in unsere Welt hineingeboren wurde, und von dem der Prophet Jesaia schon 700 Jahre vorher weissagte: Ein Kind ward uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter, man nennt ihn Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.

Und dieser Fürst wird von der ganzen Natur, ja vom ganzen Universum als Schöpfer verherrlicht. Beugen auch wir vor diesem fürstlichen Kind unsere Knie, und lasst uns jubeln vor dem Herrn, zujauchzen dem Fels unseres Heiles. Lasst uns mit Lob seinem Angesicht nahen, vor ihm jauchzen mit Liedern. Denn der Herr (dieses Kind) ist ein großer Gott, ein König über allen Göttern. In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, sein sind die Gipfel der Berge. Sein ist das Meer, das er gemacht hat, das trockene Land, das seine Hände gebildet. Kommt lasst uns niederfallen, vor ihm verneigen, lasst uns niederknien vor dem Herrn unseren Schöpfer, denn er ist unser Gott. Wir sind das Volk seiner Weide, die Herde von seiner Hand geführt. (Ps.95)

Ich wünsche Euch, liebe Freunde, ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest aus dem Fernen Osten. Ich werde heuer Weihnachten gemeinsam mit der deutschsprachigen kath. Gemeinde bei den Kamillianern im Kamillianerkloster in Bangkok feiern.

                                                                                                         Euer Günther Berwanger

P.S.: Auf die Quellenhinweise zu den Zitaten verzichte ich wegen Platzmangels, können aber von mir erfragt werden.

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7. Glaubensimpuls aus der Wissenschaft - November 2016

230549_538421472841975_1341856852_nGlaube und Wissenschaft I.

Wissenschaft als Ursache für den Glaubensabfall.

Liebe Freunde, in den nächsten monatlichen Glaubensimpulsen aus der Wissenschaft möchte ich der weit verbreiteten irrigen Meinung, dass Glaube und Wissenschaft nicht kompatibel seien, entgegen treten. Wie kam es überhaupt zu dieser Meinung?

Viele Denker sahen zur Zeit der Aufklärung im Atheismus eine notwendige Voraussetzung für das Betreiben echter Wissenschaft. Sie meinten, wenn man Gott ins Spiel bringe, sei dies das Ende aller Wissenschaft. Nur wenn man davon ausgehe, dass es keine Götter gibt, seien wir frei, die Mechanismen der Natur auf wissenschaftliche Weise zu erforschen. Die Geschichte beweist allerdings das Gegenteil: Fast alle großen Forscher, welche die klassische Naturwissenschaft begründet haben, waren gottgläubig. Sie forschten nicht, obwohl sie gläubig waren, sondern weil sie gläubig waren. Sie forschten, weil sie hinter der schön und wunderbar empfundenen  Sinneswirklichkeit einen göttlichen Plan zu erkennen glaubten, den sie noch ungleich wichtiger, größer und erhabener wähnten als die vordergründige Wirklichkeit. Eine Zufallswelt ohne Ziel, Sinn und Zweck, wie sie die Atheisten propagierten, wäre für sie der Erforschung nicht würdig gewesen.

Die Relativitätstheorie, die Quantenphysik und die moderne Kosmologie des 20. Jh. wie auch die moderne Neurologie haben den naturwissenschaftlichen Materialismus und den materialistischen Determinismus der Aufklärung zwar ad absurdum geführt, aber wer kennt sich heute schon in diesen modernen Naturwissenschaften aus?

Werner Heisenberg, Quantenphysiker und Nobelpreisträger 1932 bringt die Ursache der Atheismus-Welle unter den Gelehrten der Aufklärungszeit auf den Punkt: „Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“

Dieses erste Schlürfen aus dem Becher der Naturwissenschaften ist meiner Ansicht nach auch der Grund für den Glaubensabfall der heutigen Menschen in den zivilisierten Ländern. Der gebildete Mensch von heute bekommt hauptsächlich das naturwissenschaftliche Wissen des 18. und 19. Jahrhunderts aufgepfropft, d.h. er befindet sich genau in der Situation der wissenschaftlich gebildeten Oberschicht der sogenannten Aufklärungszeit. Sein Wissensstand reicht gerade aus, um glauben zu können, die Welt sei wirklich so und nur so, wie wir sie sehen. Dementsprechend skeptisch steht er auch dem Gottglauben gegenüber.

In der Meinung, dass alles machbar und berechenbar ist, wird er noch von einer Technik bestärkt, die er zwar anwenden kann, aber von der er nicht weiß, wie und warum sie funktioniert. (Ich zum Beispiel bin froh, wenn ich weiß, welche Knöpfe ich am Computer drücken muss, damit er funktioniert, ich habe aber keine Ahnung wie und warum er funktioniert.) 80% bis 90% aller technischen Errungenschaften unserer Zivilisation verwenden wir, ohne wirklich zu wissen, wie und warum sie funktionieren. Der Durchschnittsmensch von heute vertraut auf die Technik; ein Vertrauen auf Gott erscheint ihm überflüssig.

Unsere Kinder und Jugendlichen finden heute im Elternhaus kaum eine Erziehung zum Glauben, oft mit dem Argument, die Kinder sollten sich später selbst für oder gegen den Glauben entscheiden. Wie aber soll sich der Jugendliche für den christlichen Glauben entscheiden können, wenn er diesen Glauben nie kennen gelernt hat, weil er in seiner Familie nicht gelebt wurde. Die Jugend ist heute gezwungen, sich an einer rasant fortschreitenden Technik zu orientieren, bei der Gott keine Rolle zu spielen scheint. Besonders der Jugendliche braucht daher, um Glauben zu können, Argumente für den Glauben, Argumente für die Existenz Gottes. Es sollte daher auf die Übereinstimmung von Wissenschaft und Glaube im Religionsunterricht hingewiesen werden. In höheren Schulen wäre in manchen Bereichen eine Querverbindung zwischen dem Fachunterricht und dem Religionsunterricht möglich. Der Wissensstand eines jugendlichen Schülers reicht durchaus aus, um auch wissenschaftlichen Argumenten für die Existenz Gottes folgen zu können. Solche Argumente werden ihm aber nicht vermittelt. Der Lehrplan für christliche Religionen - zumindest in den höheren Schulen - setzt einen glaubenden Jugendlichen schon voraus, und in den Volksschulen wird der Religionslehrer in seiner kindgemäßen Vermittlung des Glaubens kaum von den Eltern unterstützt. Oft steht die Meinung der Eltern im Widerspruch zur Lehre des Religionslehrers. Auch in der Verkündigung durch die Kirche fehlen Argumente für den Glauben weitgehend. Die alltägliche oder sonntägliche Verkündigung setzt den Glauben ebenfalls bereits voraus. Von den sonntäglichen Kirchgehern sind aber viele nur Traditionschristen, und viele sind auch Suchende, die offen wären für Argumente, welche die Richtigkeit unseres Glaubens bestätigen.

Die Kirche ist heute in einer Situation, in der auch dem Laien eine Rolle in der Glaubensverkündung zukommt. Ein Priester hat heute seinen Dienstbereich vorwiegend in der Kirche, er dient den Gläubigen. Der Laie dagegen dient der Welt. Seine Aufgabe ist es, Jesus Christus in die Welt hinaus zu bringen: in die Gesellschaft, an den Arbeitsplatz, in die Politik. Damit er seine Aufgabe erfüllen kann, braucht er Argumente für den Glauben. In meinen monatlichen Glaubensimpulsen  möchte ich einige solche Argumente aufzeigen.

                                                                                                                                        Günther Berwanger

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6. Glaubensimpuls aus der Wissenschaft - Oktober 2016

163453_175555589151438_4697341_nDas naturwissenschaftliche Konzept der Information finden wir schon in der Bibel

Information ist – wie schon im letzten Impuls erwähnt – der letzte “Schrei“ in der Quantenphysik. Der quantenphysikalische Begriff der Information ist eine transzendente Größe. Information ist unsichtbar, nicht materiell und unabhängig von Raum und Zeit. Um eine Information zu transportieren braucht es einen Träger. Licht und das gesprochene Wort gehören zu den wichtigsten Informationsträgern.

           Das Konzept der Information, das derzeit in der Physik höchst aktuell ist, ist nach John Lennox allerdings nicht neu.[1])  Es ist 2000 Jahre alt und wurde bereits im Prolog des Johannes-Evangeliums aufgegriffen. Der Evangelist schreibt dort: Im Anfang war das Wort […] Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. Der Begriff Wort (griech. Logos) impliziert sowohl die Vorstellung von Information als auch die Vorstellung von kreativer Kraft, die nötig ist, um das auszuführen, was die Information enthält. In der Bibel wird dem Wort – dem Logos – Gott zugeordnet: …und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.

          Die Kreativität des Wortes wird im Schöpfungsbericht der Bibel wiedergegeben in dem Satz: Gott sprach: Es werde Licht und es ward Licht. Und im Hebräer 11.3 steht: Auf Grund des Glaubens erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort erschaffen worden ist, und dass so aus Unsichtbarem das Sichtbare entstanden ist. Auch hier geht hervor, dass die unsichtbare Information, die im Wort enthalten ist, die kreative Kraft besitzt, Sichtbares zu erschaffen. John Lennox schreibt dazu: Es ist sicher beachtlich, dass wir im Kern der biblischen Darlegung der Schöpfungsakte, die von Vielen so hochmütig abgelehnt werden, das ganze Konzept wiederfinden, das in neuester Zeit von der Wissenschaft als höchst bedeutend angesehen wird – das Konzept der Information.

          Wiederum haben wir eine Übereinstimmung von Glaube und Wissenschaft, bzw. eine gegenseitige Bestätigung von Bibel und Wissenschaft. Die Bibel beschreibt die wesentlichen quantenphysikalischen Eigenschaften der Information lange bevor es eine Wissenschaft im heutigen Sinne gab. Der Ausspruch: “und die Bibel hat doch recht“ (nach dem Buch von Werner Keller) wird mehr und mehr auch von der modernen Physik bestätigt. Weder im Koran noch in den hinduistischen und buddhistischen Glaubensbüchern findet man diese Übereinstimmung von Glaube und Wissenschaft. Das macht uns Christen zum Licht der Welt und damit zu den wichtigsten Informationsträgern innerhalb der menschlichen Gesellschaft.

Preis, Ehre und Dank sei Gott !

Günther Berwanger

[1]) John Lennox, (Prof. f. Mathematik an der Havard-Universität) Hat die Wissenschaft Gott begraben?  Seite 101

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5. Glaubensimpuls aus der Wissenschaft - September 2016

Die Kausalkette der Physik weist auf Gott hin.

Liebe Freunde, wenn man nach der Ursache irgendeiner Begebenheit aus unserer Sinneswirklichkeit fragt, und die Ursache dieser Ursache immer weiter hinterfragt, so nennt man diese Ursachenkette die Kausalkette. Und diese Kausalkette führt immer zu Gott, ganz gleich von welchem Ereignis in unserer Sinneswirklichkeit man ausgeht.

             Das Kausalitätsgesetz – das Gesetz von Ursache und Wirkung – scheint erstmals bei Platon und Aristoteles auf. Aristoteles erkannte, dass alles ständig in Bewegung ist und dass es einen Urheber, einen ersten unbewegten Beweger geben müsse. Dieser Gedanke wurde vom Hl. Thomas von Aquin (1225 bis 1274) weiterentwickelt. Er meinte, keine Wirkung könne gleichzeitig seine eigene Ursache sein. Jeder Wirkung müsse eine Ursache vorangehen, und diese Ursache ist die Wirkung einer weiteren Ursache usw. Wir nennen diese Ursache-Wirkungs-Kette die Kausalkette. Thomas von Aquin behauptete, die Kausalkette könne nicht unendlich sein. Sie müsse einen Anfang haben, denn ohne eine erste Ursache, gebe es auch keine erste Wirkung und damit auch keine Folgewirkungen. „Das widerspricht aber den offenbaren Tatsachen. (Wir können jede Menge Folgewirkungen feststellen.) Wir müssen also notwendig eine erste Wirk- oder Entstehungsursache annehmen, und diese wird von allen Gott genannt.“

             In der Offenbarung steht: „Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende“ (Offb 22,13) Gott sagt damit: Ich stehe am Anfang und am Ende von allem, ich bin die Ursache und das Ziel von allem.

             Von Gott geht alles aus und in Gott endet alles. Das gilt offensichtlich auch in der Naturwissenschaft: Für den Forscher steht Gott am Ende der Kausalkette. Er ist für den Forscher die letzte Ursache. Diese letzte Ursache zu erforschen ist das Ziel der Wissenschat.  Gleichzeitig ist  diese letzte Ursache aber auch der Anfang des Weltgeschehens, d.h. sie ist gleichzeitig auch die erste Ursache, von der alles ausgeht und von der sich alle Gesetze der sichtbaren und unsichtbaren Natur, der belebten und unbelebten Natur, der materiellen und der geistigen Welt ableiten. Gott steht also sowohl am Anfang als auch am Ende der Kausalkette.

            Auch in unserem Universum zeigt sich das Wirken Gottes sowohl am zeitlichen Anfang des Universums vor 13,7 Mrd. Jahren (Urknall) als auch am 13.7 Mrd. Lichtjahre entfernte räumliche Ende des Universums. Unsere Teleskope sehen nämlich in einer Entfernung von »13 Mrd.

Lichtjahren den zeitlichen Anfang der Welt, d.h. wir  sehen das Entstehen der ersten Sterne und Galaxien. Auch im Weltall zeigt sich somit Gott als das Alpha und das Omega.

            In der Physik steht also Gott am Anfang und am Ende der Kausalkette als erste Ursache und letzte Wahrheit, von der sich alle Gegebenheiten und Gesetze der sichtbaren und unsichtbaren Natur, der belebten und unbelebten Natur, der materiellen Welt und der geistigen Welt ableiten.  Die allerletzte Ursache für das von der Wissenschaft gerade noch fassbare und denkbare Ereignis wird immer Gott sein, ganz gleich wie weit wir die Kausalkette noch verlängern werden, und ganz gleich, wie dieser Gott von Atheisten umschrieben wird, nur um ihn nicht bei seinem Namen nennen zu müssen.

Die Kausalkette der Naturvölker war noch sehr kurz. Sie erkannten Gott schon im Blitz und im Donner. Später hat man eine Ursache für Blitz und Donner entdeckt. Man hat Naturgesetze erkannt und diese bis zum Urknall zurück verfolgt.  Heute führt die Kausalkette also bis zum Urknall, und der deckt sich eins zu eins mit dem christlichen Weltbild bezüglich der Entstehung von Raum und Zeit.

            Im 20. Jahrhundert haben die Physiker erkannt, dass alle Naturgesetze schon im Urknall enthalten waren. Die Naturgesetze sind also nicht nach und nach als Folge einer Entwicklung entstanden, sie sind kein Produkt der Evolution, sondern genau umgekehrt: die Evolution ist eine Folge der Naturgesetze. Jemand muss die Gesetze schon in den Urknall hineingelegt haben.

Daher: Wenn wir den Urknall hinterfragen, landen wir bei Gott.

            Für manche Wissenschafter endet die Kausalkette beim Begriff “Zufall“. Der Urknall ist für sie rein zufällig aus dem Nichts entstanden. Sie scheuen sich, den Begriff  Zufall zu hinterfragen mit der Begründung: der Zufall hat keine Ursache, es sei daher müßig nach einer Ursache zu fragen. Aber: Wenn ich die Ursache in unserer Raum-Zeit-Welt nicht finden kann, und das kann man für den Urknall derzeit nicht, dann heißt das noch lange nicht, dass es keine Ursache gibt. Das kann doch nur heißen, dass die Ursache vor dem Urknall und außerhalb unserer Welt zu suchen ist, und dann landen wir wieder bei Gott. Nur Gott steht außerhalb von Raum und Zeit und nur Gott kann so etwas Großartiges wie die Geburt eines Universums schaffen.Wenn man den Zufall hinterfragt, landet man also ebenfalls bei Gott.

            Wenn die Kausalkette über die Quantenphysik geführt wird, so kann sie beim Begriff Information enden. Information ist der neueste “Schrei“ in der Quantenphysik. Sämtliche Information über den Kosmos und das Leben sind laut Quantenphysik überall im Universum gegenwärtig.   Information ist unsichtbar, nicht materiell, und zeitlos. Sie war immer schon da. Die Informationen kann man daher auch als transzendente geistige Quantitäten auffassen.

        Manche Quantenphysiker meinen, dass die Information vorerst gar nicht im Raum ist, sondern erst dann in den Raum eintritt, wenn ein Objekt im Raum entsteht. Die Information liefert dann den Bauplan für das Objekt (z.B. den Bauplan eines Atoms). Die Information käme also zugleich mit dem Objekt in den Raum. Auch der Bauplan für die Psyche eines Lebewesens käme dann von außerhalb des Raumes in unsere Welt. Demnach käme also jede Information von „außerhalb“ des Raumes und damit auch von „außerhalb“ der Zeit. Das wäre eine weitere Bestätigung der  Transzendenz der Information. Es erscheint mir daher logisch, dass man dem Begriff der Information neben der physikalischen Dimension auch eine geistige Dimension zuordnen kann. Es erscheint mir weiters logisch, hinter der geistigen Dimension der Information jenen Geist des christlichen Glaubens zu sehen, der das All durchweht, immer und überall gegenwärtig ist und alles bewirkt. Die Information selbst ist nicht der Geist, aber ihr Urheber ist dieser Geist. Die Christen nennen ihn “Heiliger Geist“. Die physikalische Größe Information weist also in besonders eindrucksvoller Weise auf Gott hin. - Wieder eine Bestätigung des christlichen Glaubens und gegenseitige Ergänzung des physikalischen und christlichen Weltbildes! Es ist erstaunlich, wie in allen Bereichen sich immer wieder Naturwissenschaft und Bibel decken und ergänzen. Das ist – so meine ich – ein starkes Argument für unseren christlichen Glauben.

                                                                                                               Günther Berwanger


Glaubensimpulse aus der Wissenschaft - August 2016

Wer ist der Mensch?

4. Teil:

Was macht den Menschen zu einem Menschen?
Was macht uns zur Person?

dsc_7388Liebe Freunde, wir Menschen sind nicht nur aus kosmo-anthropologischer Sicht die Krone der Schöpfung, sondern auch aus pneumatologischer Sicht. Damit wir das begreifen können, müssen wir uns vorher noch mit dem befassen, was den Menschen eigentlich ausmacht. Die Frage „Wer ist der Mensch“ drängt sich uns auch hier wieder auf.
Alles, was Gott geschaffen hat, ist im Menschen. Gott hat 3 wesentliche und grundverschiedene Dinge in die Welt gesetzt: die Materie, die Psyche (das ist das biologische Leben) und den Geist. An allem hat der Mensch Anteil. Der Mensch hat einen Körper – das ist sein materieller Anteil - er hat eine Psyche und er ist Geist. Gott ist Geist und der Mensch ist Geist.
Mit dem Wort Geist meint die christliche. Philosophie das, was mich zur Person macht, das, was uns zur Selbstreflexion befähigt, das, was uns Bewusstsein gibt, das, was uns zu einem vernunftbegabten Wesen macht. Es gibt für den Begriff Geist zwei Fremdwörter: Für den menschlichen Geist wird häufig das griechische Wort Pneuma verwendet, für den göttlichen Geist fast ausschließlich das lateinische Wort Spiritus. Das, was mich als Person kennzeichnet, ist der Geist. Ich bin Geist und ich habe einen Körper und ich habe eine Psyche. Diese drei bilden eine Einheit. (Bibelstellen: Dtn.6/5, 2Makk.6/30, Weish.9/15, Röm.8/16....) Ohne diese drei sind wir nicht ganz Mensch. Tiere und Pflanzen haben nur Körper und Psyche, keinen Geist. Reine Materie hat nur Körper, z.B. ein Kristall. Materie ist tot, hat weder Geist noch Psyche. Zu einem menschlichen Leben gehören alle drei: Leib, Psyche und Geist. Diese drei sind aber nicht gleichwertig. Die Psyche ist dem Körper, also dem materiellen Anteil unseres Seins übergeordnet, der Geist ist der Psyche übergeordnet. Wir können auch sagen: Der Geist bedient sich der Psyche und die Psyche bedient sich des Leibes und über die Psyche bestimmt auch der Geist über meinen Körper.
Der Körper ist einfach nur Materie, also rein weltlich. Der Körper funktioniert nicht durch sich selbst, sondern durch unsere Psyche. Unser Körper wird durch unsere Psyche belebt. Die Psyche ist das Prinzip des Lebens. Alles, was lebt, hat eine Psyche. Die Psyche ist nicht materiell aber sie ist körperzugewandt, sie ist immanent. In neuerer Literatur wird sie daher auch als Körperseele bezeichnet. Sie steuert die biologischen und biophysikalischen Vorgänge in unserem Körper und kommuniziert dabei mit der Umwelt. Sie ist auch für die Bewegung des Körpers zuständig. Allein für die Bewegung eines Fingers muss die Körperseele Millionen elektromagnetische Impulse gezielt und zeitlich nanosekundengenau steuern. Dasselbe gilt für den Flügelschlag eines Vogels oder für die Flossenbewegung eines Fisches. Prof. Ivančić unterteilt die Körperseele noch in eine vegetative Seele und in eine psychische Seele. Die vegetative Seele kontrolliert lediglich Wachstum und Fortpflanzung, die psychische Seele ist für die Funktion der Sinnesorgane, der körpereigenen Säfte und Hormone und für jegliche Art von Bewegung zuständig.
Der menschliche Geist Pneuma ist Gott zugewandt also weltabgewandt. Nach unserem Glauben hat uns Gott bei der Zeugung seinen Geist eingehaucht. Der menschliche Geist Pneuma ist also nicht das Resultat einer Entwicklung, nicht das Produkt der Evolution, sondern stammt aus einer direkten Aktivität Gottes und ist eine direkte Gabe Gottes nur für uns Menschen. Er ist sehr eng mit der menschlichen Psyche verwoben. In der neueren Literatur wird daher diese geistdurchwirkte menschliche Psyche auch Geistseele genannt. Die Geistseele ist unsterblich. Das unterscheidet uns von den Tieren und Pflanzen. Die Psyche der Tiere und Pflanzen, ihre Körperseele stirbt mit dem Körper. Sie hat kein ewiges Leben, weil sie den Geist nicht in sich hat.
Man sagt der Geist ist transzendent, d.h. er steht außerhalb von Raum und Zeit und er ist unabhängig von Raum und Zeit. Er sieht meine Zeugung, meine Geburt, meinen Tod gleichzeitig.
Die Transzendenz des menschlichen Geistes ermöglicht es mir, in die Vergangenheit zu gehen und eine Situation, bei der mein Geist verletzt wurde, von Gott heilen zu lassen. Der menschliche Geist kann nämlich auch verletzt und verwundet werden, besonders im Mutterschoß und in der frühen Kindheit, wo das Kind noch keine psychischen Abwehrmechanismen entwickelt hat. Der menschliche Geist kann außerdem verkümmern und Fehlhaltungen annehmen. Unser Geist braucht die Verbindung mit dem göttlichen Geist. Wenn der Mensch diese Verbindung unterbricht, wird sein Geist krank.
Was für den Körper die tägliche Nahrung ist und was für die Psyche der Schlaf ist, ist für den menschlichen Geist das Schöpfen aus dem göttlichen Geist, die Hinwendung zu einem persönlichen Gott. Ihr kennt sicher den Vergleich mit einem Teich:
Der menschliche Geist Pneuma ist einem Teich gleich, der ständig von dem göttlichen Geist Spiritus gespeist wird. Der göttliche Geist ist die Quelle für unseren menschlichen Geist, und nur der Mensch hat die Fähigkeit, sich dieser Quelle zu öffnen. So lange du dich dem göttlichen Geist zuwendest, so lange sprudelt diese Quelle und dein Pneuma ist geistig lebendig und aktiv. Durch negative und falsche Entscheidungen und falsche Nutzung unseres freien Willens – sprich durch eine schwere Sünde – verschließe ich die Quelle, von der mein Pneuma gespeist wird. Mein Pneuma wird zu einem stehenden Gewässer und später zu einem toten Gewässer. Mein geistliches Leben kann sich nicht mehr weiter entwickeln, ich bleibe geistlich stehen, mein Geist entwickelt geistliche Fehlhaltungen, wird krank und verkümmert. Hass, Lieblosigkeit, Neid, nicht verzeihen können etc. sind solche Fehlhaltungen. Ich habe dann nicht mehr die Fülle des Lebens, sondern ich erleide einen Mangel am Wahren, Guten und Schönen, und so entsteht nach und nach menschliches Leid. Leid, das mich selbst trifft oder Leid, das andere trifft, die unschuldig sind.
Unser Körper ist Erde und lebt von der Erde. Die Nahrung für unseren Körper ist letztlich Erde. Unsere Psyche lebt von der Wirklichkeit und in der Wirklichkeit. Unsere Sinneswirklichkeit d. i. alles, was wir hören, sehen, fühlen, riechen, schmecken, ist ja zur Gänze ein Produkt unserer Psyche. Unser Geist lebt in der Wahrheit und lebt von der Wahrheit. Und die Wahrheit ist das, was hinter der Wirklichkeit verborgen ist und daher unseren Sinnesorganen nicht unmittelbar zugänglich ist. Letztlich ist diese Wahrheit Gott. Tiere und Pflanzen leben in der Wirklichkeit. Sie können keine Wahrheit erkennen. Sie sind nicht Geist.
Der Geist ist es, der in uns denkt. Er formuliert den Gedanken in Worte. Zum mechanischen Aussprechen der Worte verwendet unsere Geistseele das Gehirn, aber nicht zur Erzeugung der Gedanken. Gedanken brauchen für ihre Existenz kein Gehirn. Nach all dem, was wir aus der Bibel wissen und aus der Erfahrung, welch wir z.B. aus den Marienerscheinungen gewonnen haben, können himmlische und auch dämonische Geister sehr wohl denken, obwohl sie kein materielles Gehirn besitzen. Denken ist Agieren der Geistseele. Das Gehirn kann also von sich aus nicht denken. Ohne Geist ist sich das Gehirn seiner Existenz gar nicht bewusst. Ohne Geist weiß das Gehirn gar nicht, dass es ein Gehirn ist. Der Geist macht uns zu Menschen und hebt uns über die materielle Natur hinaus. Durch den Geist hat der Mensch Anteil an der göttlichen Natur.
Der Geist in uns kann Gott erkennen. Über den Geist sind wir nicht nur mit unseren Mitmenschen geistig verbunden, sondern auch mit Gott. Da unser menschlicher Geist Pneuma seinen Ursprung im göttlichen Geist Spiritus hat - Gott hat uns ja seinen Geist eingehaucht - ist es uns möglich mit Gott geistig zu kommunizieren. In Röm.8/16 steht: So bezeugt der Geist selber unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Geist spricht also zu Geist.
Und diese Kommunikationsfähigkeit mit Gott ist es auch, was uns zur Krone der Schöpfung macht. Die ganze übrige Schöpfung wird zwar auch von Gott erhalten, sie kann sich in der Sonne Gottes baden und sich die Energie holen, die sie zum Funktionieren braucht, sie kann aber nicht von sich aus mit Gott in Verbindung treten; sie kann nicht beten. Nur der Mensch kann beten. Der menschliche Geist hebt uns über die Natur hinaus und macht uns zum Menschen. Mensch sein ist die höchste Auszeichnung, die Gott im Universum zu vergeben hat.

Günther Berwanger

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Glaubensimpuls aus der Wissenschaft - Juli 2016

Wer ist der Mensch?

3. Teil:

Die zukünftige Welt wird eine erlöste Welt sein für eine erlöste Menschheit.

Liebe Freunde, die Welt so wie sie uns jetzt erscheint kann nicht ewig bestehen. Das sagt die Bibel und das bestätigt auch die Naturwissenschaft. Unsere Welt wird sich ändern. Das heißt: Die Ordnung des Universums wird sich ändern. Wie und wann das geschehen soll, darüber sagt die Bibel nichts Konkretes. Sie verweist auf die Zeichen, die sichtbar werden sollen am Himmel und auf der Erde (Mt 24).  Und auch die Naturwissenschaft kann darüber nichts aussagen.  Dazu wissen wir über das Universum noch zu wenig. Aber eines wissen wir: Die Ordnung der Schöpfung wird durch die Naturgesetze repräsentiert. Jede Ordnung hat einen Zweck und ein Ziel. Wenn das Ziel erreicht ist, wird die Ordnung, die zum Ziel geführt hat, überflüssig.  Angenommen ein Staat schafft Ordnung, indem er Gesetze erlässt, die das Ziel haben, die Menschen gut werden zu lassen und das Böse auszumerzen, und angenommen, das Ziel wird erreicht: alle Menschen sind gut und es gibt nichts Böses mehr, das auszumerzen wäre, dann sind die Gesetze und mit ihnen auch die Ordnung, die zum Ziel geführt hat, überflüssig geworden. Eine neue Ordnung ist notwendig.

Das heißt auf das Universum bezogen: Wenn Gottes Plan für das Universum erfüllt ist, und dessen Ziel  - eine reife und geläuterte Menschheit -  erreicht ist, wird auch die bis dahin bestehende Ordnung des Universums zwecklos und überflüssig. Auch die Naturgesetze, die ja die Ordnung repräsentieren, werden dann zumindest in der jetzigen Form überflüssig.

Und da die Naturgesetze eng mit der Zeit verknüpft sind, wird zusammen mit der gegenwärtigen Ordnung auch die Zeit, wie wir sie jetzt kennen, ein Ende haben. Das Ende der jetzigen Weltordnung und ein Ende der Zeit ist auch physikalisch gesehen jedenfalls denkbar.

Dieses Unwirksamwerden der Ordnung am Ziel kann langsam und schleichend vor sich gehen, das kann aber auch über eine turbulente Um- Ordnung geschehen, wie es die Bibel schildert. Die Bibel spricht davon, dass am Ende der Zeit „... die Kräfte des Himmels erschüttert werden“ (vgl. Mk 13.25).  Nach dieser Umordnung wird jedenfalls eine andere Welt sein, so wohl physikalisch gesehen als auch aus der Sicht unseres Glaubens. Es gibt mehrere Stellen in der Bibel, wo vom Ende dieser Welt und vom Ende der Zeiten bzw. von einem neuen Himmel und einer neuen Erde berichtet wird.

Z.B. im 2. Petrusbrief heißt es:  „An jenem Tag wird sich der Himmel in Feuer auflösen, und die Elemente werden im Brand zerschmelzen. Dann erwarten wir einer Verheißung gemäß, einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt“ (2.Petr 3,12-13).

In der Offb 21,1 steht: „Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen.“ (Siehe auch Jes 60, 19 u. 20)

Das alles  zeigt, dass der Mensch trotz aller Übel und Unzulänglichkeiten, denen er in dieser Welt ausgesetzt ist, eine Zukunft hat, eine Zukunft, die über den Tod hinausgeht. Das Universum, so wie es uns jetzt erscheint, ist vergänglich. Es kann so nicht ewig bestehen. Der Mensch schon, er lebt ewig.  Das hat uns Gott, das hat uns Jesus zugesichert. Der Mensch wird in einer neuen, erlösten Welt leben, die geschaffen ist für eine erlöste Menschheit. Und......Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein ( Offb 21). Der Mensch zeigt sich auch hier als die Krone der Schöpfung (vgl.. 1. und 2. Impuls)

Günther Berwanger

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 Glaubensimpuls aus der Wissenschaft - Juni 2016

Wer ist der Mensch?

2. Teil:

"Wer ist der Mensch aus kosmo-anthropologischer Sicht?"

DSC_7390Liebe Freunde, Gott hat einen Plan mit uns für dieses Leben aber auch einen Plan mit uns in der Ewigkeit, auch einen Plan für unser Leben nach der Auferstehung. Wir sind wichtig für Gott und die Welt.

Tatsächlich stehen wir - steht der Mensch - in der Rangordnung der Schöpfung ganz oben. Wir bezeichnen uns ja selbst als die Krone der Schöpfung. .

Und das mit Recht, denn wir sind zwar nicht Gott gleich, aber wir sind Gott ähnlich. Gott hat uns als sein Ebenbild geschaffen. In Gen.1,27 steht: „Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie“.

Als Abbild Gottes sind wir auch tatsächlich die Krone der Schöpfung. Wir sind von Natur aus die Krone der Schöpfung, nämlich auch aus naturwissenschaftlicher (kosmo-anthropologischer) Sicht.

Wieso?: Das ganze Universum ist auf den Menschen hin gebaut und auf ihn zugeschnitten. Schon in der ersten Sekunde des Urknalls wurden die Weichen so gestellt, dass 13,7 Milliarden Jahre später sich der Mensch entwickeln konnte. Die Naturgesetze waren ja von Anfang an da, und sie waren so geschaffen, dass 13,7 Mrd. Jahre später der Mensch erscheinen konnte. Die Ordnung des Universums war also von Anfang an auf den Menschen hin ausgerichtet. Dass wir heute so sind, wie wir sind wurde bereits vor 13,7 Milliarden Jahren in den ersten Sekunden der Weltentstehung festgelegt. In der Evolution des Weltalls kam der Mensch ganz zum  Schluss. Er konnte vorher nicht entstehen, weil alles auf ihn hin erst vorbereitet werden musste. 13,7 Milliarden Jahre lang hat sich die Natur auf das Kommen des Menschen vorbereitet.

Wenn wir die 13,7 Milliarden Jahre seit Erschaffung der Welt zusammenschrumpfen lassen auf einen Tag, dann würde der Mensch erst in der letzten oder vorletzten  Sekunde des Tages erscheinen. Das lässt kosmologisch gesehen zumindest den Schluss zu, dass der Mensch tatsächlich das Ziel der Ordnung im Universum ist und somit  das Ziel der Schöpfung ist, denn das Ziel steht immer am Ende eines geplanten Weges.

Dass der Mensch erst in der letzten Sekunde eines Tages erscheint, das sagt uns auch, dass die Zukunft der Menschheit erst begonnen hat, denn Gott hat uns sicher nicht nur für die letzte Sekunde eines Tages geschaffen.

Wir Menschen müssen sind für Gott offenbar sehr wertvoll, so wertvoll, dass er sogar seinen Sohn für uns hingab. Wir sind für Gott so wichtig, dass er uns Anteil an ihm selbst gegeben hat, indem Er uns seinen Geist eingehaucht hat, und uns damit über die Natur, und laut Bibel, über die ganze Schöpfung gestellt hat. Er hat uns in der himmlischen Rangordnung sogar über die Engel gestellt. Das alles heißt aber, dass wir nicht nur wichtig sind für unsere kleine Erde, sondern für das ganze Universum, auch wenn wir das jetzt noch nicht erkennen können. Wir denken und planen in Zeiträumen von Jahren. Gott denkt und plant in kosmischen Zeiträumen. Gott denkt in Äonen.

Gott hat mit der Menschheit sicher noch Vieles und Großes vor. Vorläufig haben wir genug zu tun, um unseren Planet Erde in Ordnung zu halten und in den Griff zu bekommen. Vorläufig scheint das übrige Universum für uns verloren zu sein. Aber irgendwann in der Zukunft - vielleicht nach unserm Tod, vielleicht erst nach unserer Auferstehung - werden wir für das ganze Universum zuständig sein. Wir sind für Gott so wichtig, dass er uns mit Jesus zu Erben des Gottesreiches bestellt hat, und zum Gottesreich gehört auch das Universum.

Ein großer Wissenschaftler, Quantenphysiker und Kosmologe, Freeman Dyson hat im Wissenschafts-Magazin Scientific American folgendes geschrieben: Wenn wir in das Universum hinausschauen und uns die vielen Zufälle der Physik und der Astronomie vergegenwärtigen, die zu unserem Vorteil zusammengewirkt haben, dann sieht es so aus, als hätte das Universum von unserem Kommen gewusst.

Ein anderer berühmter Physiker, Paul Davies schreibt: Ich kann nicht glauben, dass unsere Existenz in diesem Weltall nur eine Laune des Schicksals ist, ein historischer Zufall, ein kleines Versehen in dem großen, kosmischen Drama. Wir sind zu sehr darin verwoben.[…] Wir sind dazu da, hier zu sein.  --- Wir sind dazu geschaffen, hier zu sein. Wir sind für das Leben geschaffen – nicht zufällig entstanden.

Der Mensch ist tatsächlich von Natur aus die Krone der Schöpfung. Der Mensch ist das Tüpfelchen auf dem i der Schöpfung. So wie das i ohne das Tüpfelchen ein bedeutungsloser Strich bleibt, so erscheint auch die Schöpfung ohne den Menschen sinnlos und verloren.

Der Apostel Paulus hat schon vor 2000 Jahren in weiser Voraussicht  erfasst, dass  Menschheit und Universum sich gegenseitig bedingen, und dass das Universum auf die Menschheit geradezu mit Sehnsucht wartet. In Röm 8, 18-21 schreibt er: Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit die an uns offenbar werden soll. Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung: auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit der Kinder Gottes.   

Auch die Schöpfung – und dazu gehört auch das Universum -  soll also frei werden von einer Versklavung, d.h. von der Gebundenheit an das Böse. In der zukünftigen Welt wird das Universum für uns nicht mehr verloren sein. Es wird  eine erlöste Welt sein für eine erlöste Menschheit.

Günther Berwanger

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Monatlicher Glaubensimpuls aus der Wissenschaft - Mai 2016

Wer ist der Mensch?

1.Teil:

"Wer ist der Mensch in den Augen Gottes?"

Liebe Freunde, wenn Du jung bist  und frisch verliebt bist und wenn Du da mit Deiner Freundin oder Deinem Freund in einer lauen Sommernacht in den sternenklaren Himmel schaust, dann ist es für Dich klar: all das wunderbare und erhabene und Schöne, das Du da schaust, ist nur für Dich gemacht. Mit Deinem Freund, mit Deiner Freundin umarmst Du das ganze Universum.  Der Himmel ist in Dir.

Wenn Du aber älter geworden bist und Verantwortung und Sorge deinen Alltag mitbestimmen und wenn Du da wieder einmal den Sternenhimmel betrachtest, dann kann es sein, dass Du dich in Anbetracht der Weite des Sternenhimmels, gegenüber der Erhabenheit der Schöpfung klein und unbedeutend fühlst. Dann kann es sein, dass Fragen in Dir auftauchen:

Woher kommt all das, was es da gibt?

Woher kommen all die Sterne. Welchen Zweck haben sie? Wie kommt es, dass es in diesen unendlichen Weiten des Weltalls die vergleichsweise winzige Erde gibt mit uns Menschen darauf ?

Und wenn du dann auf dich selbst schaust, musst du erkennen, dass du  nur für ganz kurze Zeit Gast bist auf dieser Welt. Es stellen sich dann von selbst weitere Fragen:

Woher komme ich? ·Wem gehöre ich? ·Wohin gehe ich, wenn ich sterbe? ·Warum muss ich sterben. ·Warum muss ich überhaupt leben? ·Wer hält mein Leben in seinen Händen. ·Wer waltet über mich?

Wo ist mein Platz in dieser Welt? · Warum lebe ich gerade jetzt im 20. u. 21. Jahrhundert ?

Warum bin ich in Österreich zur Welt gekommen und nicht in Asien oder Afrika?

Warum habe ich gerade diese Eltern, diese Geschwister, diese Freunde, diese Nachbarn, diese Arbeits-und Schulkollegen? · Was ist wichtig, dass ich im Leben tue? Was ist wichtig und was ist richtig?

Woher, wohin,  warum? Alle diese Fragen münden in die eine Frage: Wer bin ich? Was bin ich? Und dann kann es sein, dass du dich angesichts der vielen ungelösten aber existenziellen Fragen noch unbedeutender und kleiner fühlst als zuvor. – Das aber ganz zu Unrecht!  Du fühlst Dich ganz zu Unrecht klein und unbedeutend. Wie sehr zu Unrecht zeigt uns Gott im Psalm 8. Der ist so wunderbar, den möchte ich euch ins Herz legen.

Da steht im Psalm 8:
Seh ich den Himmel, das Werk deiner Finger,
Mond und Sterne, die Du befestigt.
Was ist der Mensch, dass Du an ihn denkst,
des Menschen Kind, dass Du dich seiner annimmst?
Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott,
hast ihn mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt.
Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk  Deiner Hände,
hast ihm alles zu Füßen gelegt.

Das Werk Deiner Finger....Da kann man sich das herrliche Bild vorstellen, wie Gott.....bin...bin....bin.... mit einem Fingerklick die Galaxien ins Universum setzt. Was wir als Sterne sehen sind in Wirklichkeit ja fast alles Galaxien. Was für Gott ein Fingerklick ist, bedeutet für uns viele Millionen Jahre bis sich so eine Galaxis gebildet (formiert) hat. Gott erledigt das mit einem Fingerklick. Das zeigt so wunderbar die Allmacht Gottes. Als Herrscher hat er uns eingesetzt, nur ein wenig geringer als Gott, alles hat er uns zu Füßen gelegt.

Der Gründer unserer Gemeinschaft Gebet und Wort, Prof. Ivancic, ermutigt uns immer wieder:  Geht nicht klein unter den Sternen.  Du bist nicht wertvoll durch deine Taten, nicht durch das, was du geschaffen hast, was du dir an materiellen Gütern erworben hast, du bist nicht wertvoll durch deine Stellung in der Gesellschaft, du bist nicht wertvoll durch deine Geburt, ob du hochadelig oder niedrig geboren bist. Du bist ungeheuer  wertvoll allein durch die Tatsache, dass du lebst und als Mensch lebst. Es ist nicht selbstverständlich, dass gerade Du lebst. Jemand hat dich gewollt. Der Schöpfer, der allmächtige Gott, der die materielle Welt und die geistige Welt geschaffen hat, der die belebte Natur und die unbelebte Natur geschaffen hat, der das Universum geschaffen hat, hat auch dich erschaffen. Der Allmächtige hat gewollt, dass du als Mensch lebst. Das ist die höchste Auszeichnung, die Gott im Universum zu vergeben hat.

Für Gott bist du sein Ebenbild. Als sein Abbild hat er dich geschaffen. Nach Gott gibt es kein höheres Geschöpf als den Menschen. Suizid oder einem Menschen sein weiteres Leben zu verweigern sind daher für den Täter etwas sehr Tragisches, etwas, das sein Gewissen schwer belastet, so schwer belastet, dass seine Seele und auch sein Körper krank werden können.

Für Gott bist Du nicht das, was du momentan bist, sondern das, was du werden könntest. Schon bei der Empfängnis sieht Gott in dir bereits den Menschen, der du einmal werden kannst. Unser Bestreben sollte daher sein, das zu werden, was Gott für uns vorgesehen hat. Wenn du das bist, was du sein kannst, dann bist du glücklich, dann bist du ganz Mensch. Wenn du deine Tugenden und Talente, die Gott dir gegeben hat, nicht ausleben kannst oder nicht ausleben darfst, durch falsche Erziehung oder äußere Gewalt, dann fehlt dir etwas, dann bist du unglücklich. Darum ist es wichtig, dass du wirst, was du für Gott bist. Ein Leitspruch unserer Gemeinschaft G&W lautet: Werde der, der du bist; werde Mensch.

Die theologische Philosophie sagt: Gott ist das Sein. Alles, was ist, alles Sein, kann man den Werten des Wahren, Guten und Schönen zuordnen. Gott ist das absolut Wahre, das absolut Gute und das absolut Schöne in höchster Vollendung. So ist Gott in der Theologie definiert. Gott ist also das Sein. Und Du bist  Sein von seinem Sein. Du hast Anteil an der göttlichen Natur. Du hast Anteil am Wahren, Guten und Schönen. Im Wahren, Guten und Schönen liegt die Fülle des Lebens. Gott will, dass Du das Leben hast und es in Fülle hast.

Günther Berwanger

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Papst Franziskus 2016: Wir sind alle berufen, lebendige Schreiber des Evangeliums zu werden! (Anm.: durch unser Beispiel)

Tägliche Freudschaft mit Jesus pflegen >>