Evangelisation

24. Glaubensimpuls aus der Naturwissenschaft, Juli 2018

 

Liebe Freunde,

ich möchte zu den vielen  Argumenten für die Existenz Gottes, welche ich in den bisherigen Glaubensimpulsen aufgezeigt habe, noch einige kurze aber prägnante Argumente aufzeigen, die für Evangelisatoren in Seminaren und Diskussionen  gut und leicht verwendbar sind. Kardinal John Henry Newman (er konvertierte 1845 von der anglikanischen zur katholischen Kirche) hat sich sehr eingehend mit Argumenten für der Glauben beschäftigt. Er Sagte: „Mit dem Gottesbeweis verhält es sich wie mit einem Kabel, das aus vielen Liezen besteht. Die einzelne Lieze kann bei Belastung reißen, aber alle Liezen zusammen bilden ein unzerreißbares Kabel. Alle Argumente für Gott zusammen lassen mich mit Gewissheit erkennen: Es gibt Gott.“

Solche Glaubensliezen möchte ich in den nächsten Impulsen aufzeigen.

Heute will ich zeigen:

Alles Begrenzte ist ein Argument für Gott:

Alles, was Grenzen hat, muss von etwas oder von jemand gemacht worden sein. Wenn nur der Zufall regierte, gäbe es keine Grenzen.

Die Seite, die Du gerade liest ist begrenzt. Sie hat eine bestimmte Länge und eine bestimmte Breite. Jemand muss Länge und Breite geplant und festgelegt haben. Alle Buchstaben auf dem Blatt sind begrenzt. Jemand hat ihnen eine bestimmte Größe und eine bestimmte Form gegeben. Alles Materielle hat ganz bestimmte Grenzen; Grenzen an Form und Größe, Grenzen seiner Eigenschaften etc. Ein Elektron zum Beispiel hat eine bestimmte Masse, eine bestimmte Ladung und einen bestimmten Eigendrehimpuls (Spin). Wenn Elektronen durch Zufall entstanden wären, müsste jedes Elektron andere Eigenschaften haben. Wenn nur der Zufall Regie führte, wären die Naturkonstanten nicht konstant, d.h. es gäbe gar keine Naturkonstanten und damit kein Universum. Alles Begrenzte muss gemacht worden sein. Der Materie sind Grenzen gesetzt, sie muss also geschaffen worden sein. Auch die Naturgesetze haben Grenzen, die man mit der Ma­thematik in Formeln fassen kann, sie müssen also ebenfalls von jemandem geschaffen worden sein. Selbst das Universum hat Grenzen. Es muss also einen Schöpfer haben, und auch das biologische Leben hat Grenzen und somit einen Schöpfer. Wir Menschen sind Abbild Gottes und können in manchen Bereichen Grenzen festlegen, aber wir sind im Setzen von Grenzen begrenzt. Nur der Urheber von allem Begrenzten kann selbst nicht begrenzt sein, sonst wäre er auch nur ein Geschöpf eines anderen. Der Urheber von Allem muss also über der Materie stehen und kann keinen Anfang und kein Ende haben, sonst wäre er begrenzt. Er muss zudem allmächtig und allweise sein, sonst müsste es jemand geben, der ihm Macht und Weisheit verliehen hat, und er könnte wohl nicht so etwas Großartiges wie unsere Welt geschaffen haben. Mit anderen Worten: Derjenige, der die Grenzen alles Begrenzten gesetzt hat, muss Gott sein.

Günther Berwanger

21. Glaubensimpuls aus der Naturwissenschaft, März 2018

Das Entropiegesetz der Physik spricht für die Existenz Gottes

 

Liebe Freunde, das Entropiegesetz (Zweiter Hauptsatz der Thermodynamik) besagt: Ordnung entsteht nicht von selbst. Jede Ordnung strebt immer einer Unordnung zu. Wenn in einem abgeschlossenen System (kein Eingriff von außen und keine Wirkung nach außen ist möglich) Ordnung vorhanden ist, so geht diese Ordnung von selbst in den Zustand der völligen Unordnung über (bis das thermodynamische Gleichgewicht erreicht ist). Etwas einfacher ausgedrückt heißt das, dass der höhere Energiezustand immer von selbst in einen niedrigeren Energiezustand übergeht, nie umgekehrt.

Ein praktisches Beispiel: Wärme geht immer von selbst vom wärmeren Gegenstand auf einen kälteren Gegenstand über, nie umgekehrt.

Da nun im Universum ein beträchtliches Ausmaß an Ordnung – repräsentiert durch die Naturgesetze -  vorhanden ist, ist auch klar, dass diese Ordnung gar nicht existieren könnte, wenn nicht eine noch größere Ordnung zu Beginn des Universums geherrscht hätte. Die Ordnung hat in der Zwischenzeit laut Entropiegesetz ja abgenommen. Das Weltall musste bereits im Urknall mit einem enormen Vorrat an Ordnung versehen worden sein. Wer hat diese Ordnung in den Urknall hineingelegt? Von selbst kann sie laut Entropiegesetz ja nicht entstanden sein. Es muss daher von Anfang an einen Ordner gegeben haben. Auch das Entropiegesetz fordert also einen Schöpfergott.

Albert Einstein meinte, dass man von einem Urknall eigentlich eine so chaotische Welt erwarten würde, dass sie durch Denken in keiner Weise fassbar wäre. Fassbarkeit und Verstehen des Universums sei nur möglich, wenn sie eine hochgradige Ordnung besitze. Eine solche Ordnung sei a priori nicht zu erwarten gewesen. Die hochgradige und wunderbare Ordnung sei die große Überraschung für die Wissenschaft gewesen.

Allan Sandage, einer der Väter der modernen Astronomie, Entdecker der Quasare, ausgezeichnet mit dem Crafoord-Preis, dem Astronomieäquivalent zum Nobelpreis, hält von den atheistischen Erklärungsversuchen für das Weltall nichts. Er schreibt: „Ich finde es äußerst unwahrscheinlich, dass eine solche Ordnung aus dem Chaos kam. Es muss irgendein Organisationsprinzip geben. Für mich ist Gott ein Geheimnis, aber er ist die Erklärung für das Wunder der Existenz - warum es etwas gibt und nicht nichts.“

 

Aus dem Entropiegesetz folgt nun, dass das Weltall nicht unendlich alt sein kann, sondern dass es einen zeitlichen Anfang haben muss. Wenn das Universum unendlich alt wäre, dann wäre die Welt längst in den Zustand der völligen Unordnung übergegangen. Das heißt, es würde sich im Universum nichts mehr ereignen; keine Energieumwandlung, keine Wirkung und damit auch keine Ursache wäre irgendwo erkennbar. Alle Sterne wären ausgebrannt, die Materie im Universum gleich verteilt. Das Weltall wäre längst den Kältetod gestorben. Da das offensichtlich nicht der Fall ist, muss die Welt einen zeitlichen Anfang haben. Das deckt sich mit der Urknalltheorie und mit dem christlichen  Glauben. Wieder bestätigen die modernen Erkenntnisse der Wissenschaft die Weisheit der Bibel.

 

Liebe Grüße,

Günther Berwanger

20. Glaubensimpuls aus der Naturwissenschaft, Feber 18

Wunder II:

Die Auferstehung von den Toten

Liebe Freunde, ich möchte zum letzten Glaubensimpuls über Wunder noch einige
Ergänzungen anfügen und näher auf unseren Glauben an eine Auferstehung von den
Toten eingehen :
Wunder sind genau so wirkliche Sinneseindrücke wie das Geschehen in unserer
alltäglichen Welt. Und umgekehrt: Alle Sinneseindrücke aus unserer Umwelt sind
physikalisch gesehen genau so wenig “real“ wie Wunder. Alles was wir sehen, hören,
fühlen etc. sind ja “ nur“ geistseelische Projektionen in unser Bewusstsein – wie die
sogenannten Wunder auch. Die physikalische Ursache für unsere normale
Sinneswirklichkeit sind quantenmechanische Informationen, die über einen
Informationsträger (meistens Licht oder mechanische Stoßwellen) unsere
Sinnesrezeptoren erreichen, ins Gehirn geleitet werden und dort die Projektion in unser
Bewusstsein bewirken. Das Gehirn eines Sehers zeigt während einer Erscheinung die
gleiche elektrische Aktivierung wie beim normalen sehen. Ein Wunder unterscheidet
sich vom normalen Sehen und Erleben nur darin, dass die Übertragung der Information
über einen physikalisch noch unbekannten Informationsträger erfolgen kann. Auch
Gedanken werden über einen noch unbekannten Informationsträger übermittelt.
Jedoch spielen Lichterscheinungen bei Wunder immer eine große Rolle (oft im
sichtbaren Wellenlängenbereich, z.B. Sonnenwunder). Und wo Licht ist, ist Gott im Spiel.
Siehe dazu auch Glaubensimpuls Nr. 11 – 13, 17 ( über das Licht, über den Begriff der
Information und über Wahrheit und Wirklichkeit).
Auch bei der Auferstehung Jesu war Licht von unbekannter Frequenz im Spiel:
Das Leichentuch von Turin zeigt den Körper Jesu so, als wäre er von innen heraus mit
einem Lichtblitz auf das Tuch abgebildet worden.
Überhaupt, ist eine Auferstehung von den Toten wirklich so unglaubwürdig, wie
das die Atheisten behaupten?
Der quantenphysikalische Begriff der Information macht eine Auferstehung von
den Toten auch naturwissenschaftlich zumindest denkbar, indem man die materia
prima (= Urform der Materie) als Information interpretiert. Die materia prima ist ein
Begriff der Scholastik*), der aber auch schon bei Aristoteles vorkommt. Die
philosophische Bedeutung der materia prima entspricht weitgehend der
quantenphysikalischen Bedeutung der Information über die Materie und das Leben. Da
diese Informationen laut Quantenphysik unzerstörbar sind und immer schon
vorhanden waren, sind sie als materia prima von Anfang an in unserer Geistseele
verankert und liefern bei unserer Zeugung den Bauplan für unser Genom und damit
den Bauplan für unseren Körper. Diese Information, die von der Physik ja als
unzerstörbar betrachtet wird, geht bei unserem physischen Tod mit der Geistseele -
vielleicht sogar als Teil der Geistseele - mit in diese andere Welt, die wir das Jenseits
nennen. Bei unserer Auferstehung formt diese Information als matera prima unseren
Leib neu. In der materia prima steckt also auch der Bauplan für unseren Leib. So ist
eine leibliche Auferstehung von den Toten auch von der physikalischen Seite her
zumindest denkbar. Mit unserem Wissen, wie solche Baupläne aktiviert werden
können, stehen wir noch ganz am Anfang. Immerhin ist es einer Physikergruppe um
Rainer Blatt an der Universität in Innsbruck gelungen, eine Gruppe von 8 Ca-Atomen
über den Raum hinweg durch quantenphysikalische Informationsübertragung zu
klonen. Wer oder was diese Informationen über unsern Leib ins Universum gesetzt
und in unserer Geistseele verankert hat, darüber kann die Physik nichts aussagen, aber
unser Glaube ergänzt hier die Wissenschaft wieder ganz logisch und wunderbar: Gott,
der Schöpfer von allem, ist auch der Urheber dieser quantenphysikalischen
Informationen.
Jemand fragte mich: Was ist schief gelaufen bei Kindern, die missgebildet zur Welt
kommen? Meine Antwort: Beim Pfusch am Bau kann auch der beste Bauplan nichts
bewirken. Wenn der Bau des Embryos durch falsche Medikation oder durch eine andere
Fremdeinwirkung gestört wird oder schon bei den Vorfahren gestört wurde
(Erbkrankheiten), können auch Missbildungen auftreten.
Die Bibel berichtet, dass wir mit einem makellosen Leib auferstehen werden. Daher
glaube ich, dass Kinder mit Missbildungen und auch Kinder, die schon im Mutterleib
gestorben sind, gemäß ihrem makellosen Bauplan auferstehen werden.
Mit lieben Grüßen aus Thailand,
Günther Berwanger
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*) Scholastik ist eine wissenschaftliche Methode der Beweisführung vorwiegend in der Philosophischen
Theologie des Mittelalters.

19. Glaubensimpuls aus der Naturwissenschaft, Jan.2018

Wunder I:

Widersprechen Wunder den Naturgesetzen?

Liebe Freunde, die Naturwissenschaften haben in der heutigen Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert.
Oft werden sie zu Unrecht für atheistische Aussagen zitiert.
Insbesondere der Begriff Wunder hat immer wieder atheistische Philosophen veranlasst,
über christliche Glaubensinhalte zu spotten.
Als Wunder bezeichnen wir ein übernatürliches Ereignis, das sich einer naturwissenschaftlichen
Erklärung entzieht, und nur dann erklärbar ist, wenn man die Existenz Gottes anerkennt.
Für Atheisten kann es kein Wunder geben, weil kein Gott für sie existiert.
Sie lehnen Wunder ab nach dem Motto: Es kann nicht sein, was nicht sein darf.
David Hume (1711-1776), ein schottischer Philosoph und Atheist, vertrat die Ansicht,
dass Wunder die Naturgesetze verletzen. Die Naturgesetze seien durch Erfahrung bestätigt
und ließen keine Ausnahme zu. Etwas Übernatürliches könne es daher nicht geben.
Insbesondere könne es ein Ereignis wie die Auferstehung Jesu nicht geben. Er meinte, dass
Christen, die an Wunder glauben, die Naturgesetze leugnen.
Die Physik zeigt, dass Hume in dreifacher Weise Unrecht hat:

a) Seine Behauptung, dass der Glaube an Wunder unmöglich sei, da wir die Naturgesetze kennen,
ist absurd,denn wir kennen bei weitem nicht alle Naturgesetze.
Wir haben mit ihrer systematischen Erforschung erst vor 200 Jahren begonnen.
Wenn ein unerklärbares Ereignisauf Grund eines noch unentdeckten Naturgesetzes tatsächlich
vorkommen sollte, so würden wir Christen das Ereignis als übernatürlich einstufen, aber
wir würden nicht auf die Idee kommen, deswegen die Naturgesetze zu leugnen.
Christen, die an die Auferstehung Jesu glauben, müssen also nicht notwendigerweise
die Naturgesetze leugnen.

b) Für Wunder sind keine Ausnahmen von Naturgesetzen notwendig. Es gehört zu den
Naturgesetzlichkeiten, dass eine Kraft durch eine Gegenkraft aufgehoben werden kann.
Die Gesetze des freien Falles (Gravitation) etwa sind nur dann anwendbar, wenn ein Körper
sich im freien Fall befindet. Wenn der Fall des Körpers durch eine andere Kraft gehemmt
oder gestoppt wird, sind die entsprechenden Fallgesetze nicht mehr anwendbar, das heißt:
ein Gesetz kann durch ein anderes Gesetz zeitweilig eingeschränkt oder außer Kraft gesetzt
werden. Die Gesetze werden deswegen aber nicht ungültig.

c) Ein dritter Punkt scheint mir besonders wichtig: Wir wissen, dass geistige Kräfte manchen
Naturkräften überlegen sein können, wie der Placebo-Effekt beweist. In der Erforschung der
geistigen Kräfte stehen wir noch ganz am Anfang.
Eine Methode der Anthropologischen Medizin, die Hagiotherapie, die vom kroatischen
Fundamentaltheologen Tomislav Ivancic begründet wurde, zeigte schon in ihren Anfängen,
dass auf Grund geistiger Aktivität auch körperliche Veränderungen in
Richtung Gesundheit, aber auch in Richtung Krankheit möglich sind, die mit den
üblichen Naturwissenschaften nicht erklärbar sind. Obwohl die Hagiotherapie nur die Heilung
des menschlichen Geistes zum Ziel hat, so treten doch begleitend immer
wieder auch körperliche und psychische Gesundungen ein. Wenn also schon der
menschliche Geist naturwissenschaftlich Unerklärbares bewirken kann, so können
wir vom göttlichen Geist sicher Eingriffe in unser Leben erwarten, welche die
Bezeichnung Wunder verdienen. Wunder sind also durchaus etwas Normales im menschlichen Leben.
Die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen Real-Welt und “Wunder-Welt“ zeigt
sich in den Naturwissenschaften mehr und mehr verschwommen. Die rein materielle Welt und
die geistige Welt sind heute nicht so inkompatibel wie noch vor Jahrzehnten.
Der Begriff Naturwissenschaft bezieht sich heute nicht mehr nur auf die rein materielle Welt.
So wie der Schmetterling seine Kokonhülle nach und nach durchbricht und sich ihm
dann eine neue Welt eröffnet, oder wie ein Küken an der Eischale piekt und kratzt
bis diese eine neue Welt frei gibt, so kratzt auch die Physik heute schon ganz
intensiv an der fiktiven Trennwand zu dieser zeitlosen nicht materiellen jenseitig
geistigen Welt.
Ich verweise in diesem Zusammenhang auch auf frühere Glaubensimpulse (Z.B. Nr. 5, 6, 11–13)
Das Pauluswort im 1. Korintherbrief: „Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur
rätselhafte Umrisse,.......jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich durch
und durch erkennen, so wie auch ich durch und durch erkannt
worden bin“ gilt in besonderer Weise auch in Bezug auf die heutige Naturwissenschaft.
Mit lieben Grüßen aus Thailand
Euer Günther Berwanger

18. Glaubensimpuls aus der Naturwissenschaft, Dez.17

Glaubensbekenntnisse großer Naturwissenschafter

Alle großen Naturforscher aller Zeiten bekennen, dass sie im Laufe ihrer Forschungen zu
einer grenzenlosen Ehrfurcht gelangt sind vor dem, der sich in der Natur offenbart. Solche
Bekenntnisse sind für die meisten Menschen wohl auch ein Argument für die Richtigkeit
eines Gottglaubens, denn die Naturwissenschafter sagen nicht: obwohl ich mehr über die
Natur und die Welt weiß, glaube ich trotzdem an Gott, sondern sie sagen: weil ich mehr über
die Natur und die Welt weiß, deswegen glaube ich an Gott. Fast alle Physiker finden im
Glauben eine Bestätigung und Ergänzung ihres Wissens. Sie sagen: Mein Wissen entfernt
mich nicht von Gott, sondern bringt mich Gott näher. Auch in meiner Studienzeit waren in
Graz und Wien Physikstudenten der höheren Semester führende Persönlichkeiten in der Kath.
Hochschuljugend.
Im Folgenden möchte ich eine Auswahl von Zitaten bedeutender Wissenschafter anführen,
die Ihren Glauben bekundet haben und ihn mit ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen
begründet haben. Die Bekenntnisse zeigen, dass der Naturwissenschafter als Mensch, der über
die Natur nachdenkt und sich die Fragen nach Woher, Wohin und Wozu der Welt und seines
Lebens stellt, sehr wohl zum Schluss kommen kann, dass die Annahme eines Schöpfers die
sinnvollere und vernünftigere Sichtweise ist, als die des radikalen Nihilismus der Atheisten.
Isaac Newton (1643-1727), englischer Mathematiker, Physiker und Astronom,Begründer der
klassischen theoretischen Physik, Entdecker der Gravitationsgesetze, sagte:
„Die wunderbare Einrichtung und Harmonie des Weltalls kann nur nach dem Plane eines
allwissenden und allmächtigen Wesens zustande gekommen sein.
Das ist und bleibt meine letzte und höchste Erkenntnis.“
24) Werner Heisenberg, Quantenphysiker und Nobelpreisträger, sagt zur Ursache der Atheismus-Welle
unter den Gelehrten der Aufklärungszeit: „Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft
macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“
25) Karl von Linne (1707-1778), Begründer der modernen Botanik, bekennt:
„Den ewigen, unendlichen,allwissenden und allmächtigen Gott habe ich vorüberziehen sehen,
und ich bin vor Ehrfurcht in die Knie gesunken.“
26) Hans Oersted (1777-1851), dänischer Physiker, Entdecker des Elektromagnetismus:
„Jede gründliche Naturuntersuchung führt zur Gotteserkenntnis… Wüsste man es nicht zuvor,
so müsste man es hier lernen, dass wir nichts sind gegen Gott, aber etwas durch Gott.“
27) Albert Einstein (1879-1955), der Begründer der Relativitätsphysik und
Nobelpreisträger 1921, sagt: „Jedem tiefen Naturforscher muss eine Art
religiösen Gefühls nahe liegen, weil er sich nicht vorzustellen vermag, dass
die ungemein feinen Zusammenhänge, die er erschaut, von ihm zum ersten
Mal gedacht werden. Im unbegreiflichen Weltall offenbart sich eine
grenzenlos überlegene Vernunft“
28) „Die gängige Vorstellung, ich sei ein Atheist, beruht auf einem großen Irrtum.
Wer sie aus meinen wissenschaftlichen Theorien herausliest, hat diese kaum begriffen…“.
29) Arthur Eddington, ein Astro-Physiker (er lieferte die theoretischen Grundlagen für
die Berechnung der Sternenentwicklung), meinte: „Die moderne Physik führt uns notwendig
zu Gott hin, nicht von ihm fort. Keiner der Erfinder des Atheismus war Naturwissenschaftler,
alle waren sie sehr mittelmäßige Philosophen.“
30) Eddington hatte offenbar eine Abneigung gegen atheistische Philosophen
(Anm. des Verfassers).
Arthur Compton, Nobelpreis für Physik 1932, sagte: „Die Wissenschaft ist zum
Verbündeten der Religion geworden. Durch bessere Einsicht in die Natur
lernen wir auch den Gott der Natur besser kennen.“
31) Pascual Jordan, ein theoretischer Physiker, war derselben Meinung:
„Die heutige naturwissenschaftliche Erkenntnis liefert keinen Einwand mehr
gegen einen Schöpfergott.“
32) Sir John Houghton, Mitglied der Royal Society, Meteorologe und Co-Vorsitzender
des Weltklimarates (IPCC), schreibt: „Unsere Wissenschaft ist Gottes Wissenschaft.
Er trägt die Verantwortung für die gesamte wissenschaftliche
Erfolgsgeschichte […] Die außergewöhnliche Ordnung, Folgerichtigkeit,
Zuverlässigkeit und die faszinierende Komplexität in den wissenschaftlichen
Beschreibungen des Universums reflektieren die Ordnung, Folgerichtigkeit,
Zuverlässigkeit und Komplexität von Gottes Handlungen.“
33) Sir Ghillean Prance, Mitglied der Royal Society, sagte: „Seit vielen Jahren
glaube ich, dass Gott als großer Planer hinter der ganzen Natur steht. Alle
meine naturwissenschaftlichen Studien… haben seitdem meinen Glauben
bestätigt. Für mich ist die Bibel die wichtigste Autoritätsquelle.“
34) Über 90% der Gründer der Royal Society in England haben sich zu einem Gottglauben
bekannt. Arthur Schawlow, Nobelpreis für Physik (Laserspektroskopie) 1981, sagte:
„Wir können uns glücklich schätzen, die Bibel zu besitzen, besonders das Neue
Testament."
35) James Clerk Maxwell (1831 - 1879). Ihm gelang es, die elektromagnetischen
Phänomene mit Differentialgleichungen vollständig zu beschreiben.
Er ließ über der Tür des berühmten Cavendish Physics Laboratory in Cambridge
den Psalmvers 111,2 einmeißeln:„Groß sind die Werke des Herrn, zu erforschen
von allen, die sich an ihnen freuen.“
Allan Sandage, Crafoord-Preisträger, Entdecker der Quasare: „Für mich ist Gott
ein Geheimnis, aber er ist die Erklärung für das Wunder der Existenz,
warum es etwas gibt und nicht nichts.“
36) Charles Townes, Nobelpreis 1964 für die Entdeckung des Masers: „So wie ich das
sehe, scheint die Frage nach dem Anfang (des Universums) unbeantwortet
zu bleiben, sofern wir sie vom wissenschaftlichen Gesichtspunkt aus
untersuchen. Daher glaube ich, es besteht Bedarf für religiöse oder
metaphysische Erklärung. Ich glaube an das Konzept Gott und an sein Existenz.“
37) Freeman Dyson, Quantenphysiker und Kosmologe, schreibt: „Wenn wir in das
Universum hinausschauen und uns die vielen Zufälle der Physik und der
Astronomie vergegenwärtigen, die zu unserem Vorteil zusammengewirkt
haben, dann sieht es so aus, als hätte das Universum von unserem Kommen
gewusst.“
38) Paul Davies, Physiker, bekennt: „Ich kann nicht glauben, dass unsere
Existenz in diesem Weltall nur eine Laune des Schicksals ist, ein
historischer Zufall, ein kleines Versehen in dem großen, kosmischen
Drama. Wir sind zu sehr darin verwoben.[…] Wir sind dazu da, hier zu
sein“.
39) Keith Ward, Philosoph, sagt: „Die Existenz physikalischer Gesetze […] impliziert sehr stark, dass es jemanden gibt, der derartige Gesetze
formuliert und sicher stellt, dass die Welt der Physik sich nach ihnen
richtet.“
40) Das Umkehrerlebnis des seligen Antoine Frederic Ozanam durch den Physiker Ampere hat
mich besonders berührt:André-Marie Ampère (1775-1836), französischer Mathematiker und Physiker.
Er entdeckte die Gesetze des Elektromagnetismus, nach ihm ist die internationale Einheit der
Stromstärke Ampere benannt. Über ihn wird berichtet: Ein achtzehnjähriger junger Mann kam
nach Paris. Er war nicht ungläubig, aber seine Seele war vom Glaubensnotstand befallen.
Eines Tages betritt dieser junge Mann die Kirche Saint-Etienne du Mont und erblickt in einer
Ecke, in der Nähe des Heiligtums, einen alten Mann auf den Knien, der andächtig seinen
Rosenkranz betet. Er nähert sich ihm und erkennt André-Marie Ampère, der für ihn die
Wissenschaft war und ein lebendiges Genie, sein Vorbild! Dieser Anblick erschüttert ihn bis
auf den Grund seiner Seele; still kniet er hinter dem Meister nieder und Gebete und Tränen
strömen aus seinem Herzen. Es war der vollkommene Sieg des Glaubens und der Liebe
Gottes. Der junge Mann war der selige Antoine Frederic Ozanam (1813-1853),
französischer Gelehrter, Gründer einer Caritasbruderschaft unter dem Patronat des hl.
Vinzenz von Paul. Ozanam sagte danach immer wieder: „Das Rosenkranzgebet
Ampères machte auf mich mehr Eindruck als alle Bücher und sogar alle
Predigten zusammen.“
Gott segne Euch!
Günther Berwanger

17. Glaubensimpuls aus der Naturwissenschaft, Nov.17

Wahrheit und Wirklichkeit

Was unterscheidet die Wahrheit von der Wirklichkeit?

Im neuen Testament wird berichtet, dass Jesus vor seiner Kreuzigung von Pilatus verhört wurde. Pilatus fragt: Bist Du ein König? Und Jesus antwortet: „Ja ich bin ein König. Dazu bin ich geboren und in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Wer aus der Wahrheit ist, der hört auf meine Stimme“ (Joh 18, 37). Pilatus entgegnet mit der philosophischen Frage: „Was ist Wahrheit?“
Wenn Jesus von Wahrheit spricht, so meint er nicht das, was wir unter Wahrheit in der Umgangssprache verstehen. Jesus meint mit Wahrheit die frohe Botschaft vom Reiche Gottes, die er verkündet. Er identifiziert sich mit dieser Botschaft so sehr, dass er sagen kann: „Ich bin die Wahrheit“. Jesus ist Gott. Die Wahrheit der Bibel ist also in Gott.
Wenn wir in der deutschen Umgangssprache von Wahrheit reden, so meinen wir häufig den Begriff Wirklichkeit oder den Begriff Wahrhaftigkeit. Manche von den werten Lesern kennen vielleicht noch den lockeren Spruch von der Humanic-Werbung: „In Wirklichkeit ist die Wirklichkeit nicht wirklich wirklich, aber wirklich ist sie schon.“ Korrekt müsste der Spruch lauten: „In Wahrheit ist die Wirklichkeit nicht wirklich wahr, aber wirklich ist sie schon.“ Wahrheit und Wirklichkeit sind verschiedene "Dinge", aber in unserer Umgangssprache vermischen wir diese beiden Begriffe. Die Wirklichkeit ist das, was wir mit unseren Sinnesorganen erfassen können. Man spricht daher auch von der Sinneswirklichkeit. Sie ist im besten Fall nur ein kleiner Teil der physikalischen Wahrheit, die hinter unserer Sinneswirklichkeit verborgen ist. Aus der Physik wissen wir, dass die Wirklichkeit physikalisch nicht immer wahr sein muss, sie kann die Wahrheit verzerren oder sogar verdecken. Aber Gott hat für uns die Sinneswirklichkeit so geschaffen, dass wir daraus die Wahrheit erkennen können, wenn wir danach suchen. Die Wahrhaftigkeit ist ebenfalls ein Teilaspekt der Wahrheit. Wer wahrhaftig ist, sucht die Wahrheit und möchte nur die Wahrheit sagen, d.h. er lügt nicht. Die Wahrhaftigkeit genügt der Wirklichkeit, aber nicht immer der Wahrheit. Die Wahrhaftigkeit ist eine Tugend des Menschen. Die Wahrheit aber ist älter als die Menschheit. Die Wahrheit hat es schon gegeben, bevor der Mensch war, also bevor es eine Sinneswirklichkeit gegeben hat.
Die physikalische Wahrheit ist eigentlich auch eine Wirklichkeit, eine physikalische Wirklichkeit. Sie ist das, was hinter der Sinneswirklichkeit steht und dem Uneingeweihten verborgen ist. In der Umgangssprache wird unrichtigerweise oft diese physikalische Wirklichkeit schon als Wahrheit bezeichnet. Wenn wir z.B. sagen: „Die Sonne geht im Osten auf, bewegt sich tagsüber über das Firmament und geht im Westen unter“, so genügt diese Aussage der Sinneswirklichkeit. Wir bleiben mit dieser Aussage auch in der Wahrhaftigkeit, d.h. wir lügen nicht. Der Eingeweihte aber weiß, dass diese Aussage nicht wirklich wahr ist. Er weiß, dass sich die Sonne nicht tatsächlich über das Firmament bewegt, sondern dass sie relativ zur Erde feststeht und die Erde sich dreht. Die Bewegung der Sonne entspricht der Sinneswirklichkeit, aber nicht der physikalischen Wirklichkeit, die wir dann eben fälschlich auch schon als eine Wahrheit bezeichnen.
Alles, was wir über unsere Sinnesorgane sehen, hören, spüren, riechen, schmecken, ist physikalisch gesehen nicht real, sondern ist eine Projektion unserer Geistseele. Alle --Sinnesempfindungen werden nur von unserer Psyche registriert. Man kann das Gehirn zerlegen und noch so genau untersuchen, man sieht im Gehirn kein Bild, keinen Schall etc. Unsere Sinnesempfindungen haben ja keine Substanz. Sie sind einfach nur das Resultat von elektromagnetischen Informationen für unsere Psyche. Kurz gesagt: Unsere Geistseele transformiert und projiziert die physikalische Wirklichkeit als Sinneswirklichkeit in unser Bewusstsein.
Psychische und physikalische Realität ergänzen einander. Die physikalische Realität ist die Ursache für unsere psychische Realität. Die Ursache für alles, was wir hören, sehen, schmecken, riechen und fühlen sind elektrische Impulse, die über unser Nervensystem in unser Gehirn gelangen. Das Gehirn sortiert und speichert diese elektromagnetischen Informationen in eigens dafür vorgesehenen Bereichen. Es gibt da eben ein Sehzentrum, ein Hörzentrum, ein Geschmackszentrum etc. Und unsere Psyche formt dann aus der Art und der Form der Impulse und aus der Impulsfolge (Rhythmus der Impulse) ein Bild, einen Schalleindruck, eine Geschmacksempfindung, eine Geruchsempfindung, ein Tastgefühl oder einen Schmerz. Alle Sinnesempfindungen werden nur von unserer Psyche registriert. Das alles klingt jetzt vielleicht so, als wollte ich die Sinneswirklichkeit abwerten. Tue ich nicht! Ganz im Gegenteil: Die Sinneswirklichkeit ist zwar nicht das Heil der Menschen, aber ein Mittel zum Heil. Die Sinneswirklichkeit ist eine schöne und sehr nützliche Einrichtung. Sie ist genau auf uns Menschen zugeschnitten. Ohne unsere Sinneswirklichkeit können wir nichts tun. Auch Wissenschaft können wir nicht ohne unsere Sinneswirklichkeit betreiben. In unserer Sinneswirklichkeit zeigen sich die physikalischen Informationen als Sinnesempfindungen, mit deren Hilfe dann der menschliche Geist die Gesetze der Natur herleitet. Über die Sinneswirklichkeit können wir die Schönheit, die Größe und Erhabenheit der Natur und des Kosmos erkennen. Über die Sinneswirklichkeiten können wir uns an der Welt erfreuen, und über die Sinneswirklichkeiten ermöglicht uns Gott, ihn zu erkennen, wenn wir nach ihm suchen. Man denke nur daran, wie wunderbar und schön uns Gott z.B. die Blumen erscheinen lässt. Wie groß und wunderbar muss da erst die Schönheit Gottes sein, der all das Schöne erschaffen hat. Ich erinnere an den Römerbrief 1, 20: " Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit."
Unsere Sinnesempfindungen sind eine Fähigkeit unserer Psyche. Und unser menschlicher Geist, der eng mit der Psyche verknüpft ist, bewertet diese Sinnesempfindungen und gibt ihnen erst eine Bedeutung. Die tiefere Wahrheit, die hinter unserer Sinneswirklichkeit steht, ist also unsere Geistseele. Alle Sinneswirklichkeit ist nichts anderes als ein Produkt unserer Geistseele. Und hier ergänzt unser Glaube die reine Wissenschaft in sinnvoller Weise. Unser Glaube sagt: Gott hat uns die Geistseele gegeben. Hinter der Geistseele steht also als letzte Wahrheit Gott. Auf zwei Wegen führt die Suche nach Wahrheit zu Gott: In den Naturwissenschaften über das Hinterfragen der Sinneswirklichkeit und der dahinter stehenden pysikalischen Wirklichkeiten, ganz gleich von welchem Ereignis in unserer Sinneswirklichkeit wir dabei ausgehen, und im christlichen Glauben über die Bibel. Beide Gottesbilder, der allmächtige, allwissende, ewige Gott der Physik und der liebende, barmherzige Gott der Bibel ergänzen einander wunderbar. Der Philosoph Francis Bacon meint in diesem Zusammenhang, dass Gott zwei Bücher geschrieben hat: Das Buch der Natur und die Bibel.
Die Naturwissenschaften suchen und forschen nach der Wahrheit, die hinter der Sinneswirklichkeit steht. Wissenschaft allein reicht aber nicht immer aus, um die Wahrheit zu finden. Oft braucht die Wissenschaft dazu auch Informationen aus nicht-wissenschaftlichen Quellen. Dazu ein Beispiel von John Lennox aus seinem Buch "Hat die Wissenschaft Gott begraben?“: Tante Mathilde hat einen Kuchen gebacken und lässt ihn von allen Disziplinen der Wissenschaft untersuchen und analysieren. Der Kuchen ist dann wissenschaftlich genau beschrieben. Können wir daraufhin sagen, dass der Kuchen vollständig erklärt ist und keine Fragen offen lässt? Was ist, wenn jemand fragt: Wozu wurde der Kuchen gemacht? Das kann keine Wissenschaft beantworten. Nur Tante Mathilde weiß die Antwort: Sie hat den Kuchen zum Geburtstag ihres Neffen gebacken. Die reine Wissenschaft scheitert an den meisten Warum- und Wozu-Fragen. Um die volle Wahrheit zu finden, benötigt die Vernunft eben oft auch Informationen aus Quellen, die allgemein als nicht wissenschaftlich angesehen werden, wie z. B. die Offenbarungen Gottes in der Bibel. Die Bibel ist zwar kein wissenschaftliches Buch, aber sie trägt meiner Meinung nach erheblich zur Wahrheitsfindung durch die Wissenschaft bei.
Wahrheit kann es nur eine geben, und die ist für uns Christen in Jesus begründet. Er ist Gott. Er ist die Wahrheit. Im Umgang mit Andersgläubigen müssen wir tolerant sein, aber wir dürfen die Glaubenswahrheit nicht um eines Kompromisses willen halbieren. Da kommt man zu Halbwahrheiten.
In diesem Sinne wünscht Euch Gottes Segen
Euer
Günther Berwanger

16. Glaubensimpuls, Oktober 2017

Der Zufallsglaube der Atheisten.

Für Atheisten ist alles, was in der Natur passiert, ein Zufallsereignis, also ein Ereignis ohne Sinn und Zweck. Auch die Naturgesetze sind reine Zufallsgebilde. Das Kausalitätsgesetz (jede Wirkung hat eine Ursache und diese ist wiederum die Wirkung einer weiteren Ursache) ist für sie ein Zufallsprodukt. Die Kausalkette (Ursache-Wirkungskette) ist für sie eine Aneinanderreihung von Zufallsereignissen: Ein Ereignis ohne Sinn und Zweck erklärt sich aus einem weiteren Ereignis ohne Sinn und Zweck usw. Die Atheisten erklären den Zufall mit einem Zufall. Das ist unlogisch und wissenschaftlich gesehen unzulässig. Es ist völlig absurd, ein Ereignis ohne Sinn und Zweck mit einem Ereignis ohne Sinn und Zweck erklären zu wollen. Damit steht auch am Anfang der Kausalkette als erste Ursache ein Ereignis ohne Sinn und Zweck. Das Denken der Atheisten bleibt im Zufall gefangen. Sie fragen nicht weiter. Sie fragen nicht nach einer Ursache des ersten Ereignisses, weil auch dieses erste Ereignis in dieser Welt ihrer Meinung nach zufällig entstanden ist. Logischerweise müssten sie spätestens jetzt einen Schöpfergott postulieren. Diesen Schritt verweigern sie hartnäckig. Wir Christen wissen: Dann und nur dann, wenn man die Existenz eines Schöpfergottes annimmt, kann man auch dem Zufall einen Sinn und sogar ein Ziel zuweisen. Der Zufall ist daher nach naturwissenschaftlichen Regeln sogar ein „Beweis“ für die Existenz Gottes.
Wenn in der Naturwissenschaft ein vorerst unerklärbares Phänomen dann und nur dann erklärt werden kann, wenn man eine bestimmte Annahme (Hypothese) aufstellt, so gilt diese Hypothese als wahr und richtig. Z.B. kann man in der Chemie, der Physik und der Biologie viele Phänomene (Verbindungen, Reaktionen etc.) dann und nur dann erklären, dass man die Existenz von Atomen mit einem Atomkern und Elektronenhülle annimmt, obwohl noch niemand ein Atom gesehen hat geschweige einen Atomkern oder gar ein Elektron. Auch mit den besten Mikroskopen kann man die Materie, aus der das Atom besteht, nicht sehen. Man kann ein Atom nur an seinen Kräften und an seinen elektrischen und magnetischen Feldern erkennen, von denen es umgeben ist. Dennoch gilt die Existenz von Atomen und Elektronen als erwiesen. Übertragen auf den Zufall heißt das: Da wir für  den Zufall nur im Glauben an Gott eine logische Antwort finden, ist die Annahme, dass Gott existiert, mit hoher Wahrscheinlichkeit wahr und richtig, auch wenn man Gott nicht sehen und angreifen kann. Wie man das Atom  an seinen Auswirkungen erkennen kann, so kann man auch Gott an seinem Wirken erkennen.
Auch Atheisten sind in der Regel keine bösen Menschen. Die meisten glauben an die Werte des Wahren, Guten und Schönen. Man muss sie überzeugen, dass das Wahre, Gute und Schöne Gott ist. Dazu ist ein aufrichtiges und intelligentes Bemühen von Seiten des Atheisten erforderlich. Viele Atheisten blocken aber von vornherein ein Gespräch über Gott ab, wenn man das Wort Gott erwähnt.
Warum scheuen sich viele Atheisten über Gott zu sprechen? Der Vogel Strauß steckt seinen Kopf in den Sand, wenn ihm höchste Gefahr droht. Das gleiche tun viele Atheisten. Irgendwo im Hinterkopf versteckt existiert auch für sie Gott. Sie haben eine vielleicht unbewusste Furcht, dass sie ihr Leben  von Grund auf ändern müssten und dass Gott sie für ihren Unglauben und für ihren Hochmut bestrafen würde, wenn es ihn tatsächlich gäbe. Sie haben - vielleicht unbewusst - ein falsches Gottesbild. Ihr Gott ist nicht ein Gott der Liebe, sondern ein Rächer-Gott. Sie wissen nicht, dass im Himmel mehr Freude über einen Atheisten, der umkehrt, herrscht als über 99 Gerechte, die der Umkehr nicht bedürfen. Bei Atheisten muss man daher als Erstes ihr Gottesbild richtig stellen.
Der Journalist und ehemalige Kommunist André Frossard schreibt: „Der Atheismus hat viele Gesichter. Es gibt einen philosophischen Atheismus, der Gott in die Natur einverleibt und Ihm damit ein eigenes Sein abspricht. Alle Dinge sind somit durch die menschliche Intelligenz erfassbar: Nichts ist Gott, aber alles ist göttlich. Dieser Atheismus führt zum Pantheismus unter der Gestalt einer Ideologie. Der wissenschaftliche Atheismus verwirft die Annahme der Existenz Gottes als ungeeignet für Untersuchungen und versucht, die Existenz der Welt einzig und allein durch die Materie zu erklären, ohne zu hinterfragen, woher diese eigentlich stammt. Der noch radikalere marxistische Atheismus negiert nicht nur Gott, sondern würde Ihn sogar dann in Urlaub schicken, wenn Er existierte. Gottes aufdringliche Anwesenheit würde nämlich das freie Spiel des menschlichen Willens behindern. Es gibt auch noch eine Form des Atheismus, die besonders weit verbreitet ist: Es handelt sich um den idiotischen Atheismus. Dies war auch meine Form des Atheismus. Der idiotische Atheismus stellt keine Fragen. Er hält es für die natürlichste Sache der Welt, dass der Mensch sich auf einem Feuerball aufhält, der mit einer dünnen Schicht Schlamm bedeckt ist und sich mit Überschallgeschwindigkeit um die eigene Achse und die Sonne dreht - so eine Art Wasserstoffbombe, getragen durch Milliarden von Laternen (Sternen), mit einer rätselhaften Herkunft und einer unbekannten Bestimmung.“
Eines der grundlegendsten Probleme der Philosophie ist: Warum gibt es das Universum? Warum gibt es überhaupt etwas und nicht nichts? Einige atheistische Philosophen meinen, dass man diese Fragen nicht stellen kann. Die Frage nach Sinn und Ursprung des Universums sei sinnlos, weil es Sinn und Ursache des Universums nicht gäbe.
Die Meinung, das Universum sei "einfach so passiert“, ist absolut unwissenschaftlich und entspringt der Not, einen Schöpfergott nicht anerkennen zu dürfen. Sie behaupten zwar, dass es für alles einen Grund gibt, nur für die wichtigste Sache, für unsere Existenz und für die Existenz der Welt sollte es keinen Grund geben? Diesen Widerspruch können die Atheisten nicht erklären.
Einer der ganz wenigen Physiker, die sich als Atheisten bezeichnen ist Steven Weinberg.  Er meinte in einem Vortrag, dass er sehr für den Dialog zwischen Naturwissenschaft und Religion sei, aber nicht für einen konstruktiven sondern für einen destruktiven Dialog, denn wir müssten die Zeit der Religion überwinden, um zu einer Freiheit des Menschen zu  kommen.  Die  Freiheitsvorstellung  Weinbergs  ist  fiktiv und unlogisch. Nach christlicher Auffassung bin ich frei, wenn ich im Stande bin, das Gute, Wahre und Schöne frei zu wählen. Wenn ein inneres Bedürfnis besteht, sich für das Böse, Unwahre und Hässliche zu entscheiden, bin ich nicht mehr frei. Zur Freiheit komme ich also nur über den christlichen Glauben.
Liebe Grüße,
Günther Berwanger

 

15. Glaubensimpuls, Juli 2017

Der Zufall, spricht er für oder gegen die Existenz Gottes?

Liebe Freunde, als “Zufall“ bezeichnen wir ein Ereignis, das wir Menschen nicht erklären können, weil wir seine Ursache nicht kennen und daher auch nicht berechnen können. Von der Zeit der Aufklärung bis ins 20. Jahrhundert hinein dachte man, wenn man für ein Ereignis keine Ursache feststellen könne, so stehe kein Plan und kein Planer dahinter, und damit wäre das Ereignis eine reine Laune der Natur ohne Sinn und zweck, und es könne daher auch nicht von einem Gott sein, sondern es wäre eben ein reines Zufallsereignis.
Die Evolutionstheorie von Darwin beruht vor allem nach Meinung der Neo-Darwinisten auf solchen Zufällen. Sie führten daher die Evolutionstheorie von Darwin als Beweis dafür an, dass es Gott nicht geben könne. Charles Darwin selbst war allerdings mit dieser Argumentation nicht glücklich. Er schrieb: „Ich habe niemals die Existenz Gottes verneint. Ich glaube, dass die Entwicklungstheorie absolut versöhnlich ist mit dem Glauben an Gott. – Die Unmöglichkeit des Beweisens und Begreifens, dass das großartige, über alle Maßen herrliche Weltall ebenso wie der Mensch zufällig geworden ist, scheint mir das Hauptargument für die Existenz Gottes.“1) An anderer Stelle schreibt er: “ Ich sehe keinen vernünftigen Grund warum die in diesem Werk („Die Entstehung der Arten“) entwickelten Ansichten irgendwie religiöse Gefühle verletzen sollten“.
Um der Evolutionstheorie gerecht zu werden, ist es notwendig, den Begriff “Zufall“ näher zu betrachten: Wenn es eine Ursache für den Zufall zwar gibt, diese aber messtechnisch und rechnerisch nicht sinnvoll erfasst werden kann, so hat man es mit einem subjektiven Zufall zu tun. Ein Beispiel dafür ist das Würfeln. Wenn ich zufällig eine Sechs würfle, so ist das für mich ein subjektiver Zufall. (Bei Kenntnis der Anfangsbedingungen und der vielen Nebenbedingungen könnte man den Wurf eines Würfels sehr wohl berechnen.) Wenn es aber eine Ursache nach heutigem Stand der Wissenschaft prinzipiell nicht gibt, dann sprechen wir von einem objektiven Zufall. Dabei ist aber zu bedenken, dass wir in unseren Denkstrukturen und in dem uns zur Verfügung stehenden mathematischen Apparat beschränkt sind. Wenn wir mit unserem Denken und unserer Mathematik für ein Ereignis keine Ursache finden können, heißt das nicht, dass es keine Ursache für das unerklärbare Ereignis gibt. Es gehört zudem zu den fundamentalen Gesetzen der Physik im Makrokosmos und auch zu den Gesetzen der Logik, dass jede Wirkung ihre Ursache hat. Der Ablauf von Ursache und Wirkung erfolgt so, dass dabei Gesetze wirksam werden, die ihrerseits wieder sinnvoll ineinander greifen. Dennoch führen viele Darwinisten die Evolution auf Ereignisse ohne Ursache, also auf objektive Zufälle zurück. Sie meinen, dass damit die Nicht-Existenz Gottes bewiesen sei. Das ist sehr oberflächlich gedacht.
Wenn es für ein Ereignis (=Wirkung) keine Ursache gibt, dann gibt es auch nichts, womit ich das Ereignis erklären könnte. Erklären kann ich nur etwas, indem ich die Ursache offen lege. Und schon gar nicht kann ich dann das Ereignis mit der Nicht-Existenz Gottes erklären. Nur weil ich ein Ereignis nicht erklären kann, gibt es keinen Gott? Das ist höchst anmaßend und zudem unlogisch. Wenn es in dieser Welt tatsächlich Ereignisse ohne Ursache geben sollte, und diese Ereignisse dennoch zu Gesetzmäßigkeiten führen, die sinnvoll ineinander greifen, dann kann ich nur mehr auf eine Macht schließen, die nicht von dieser Welt ist, sondern von einer anderen Welt aus in diese Welt eingreift, und somit wären wir wieder bei Gott. Genau diese Überlegung hat auch Darwin zu der vorhin zitierten Aussage veranlasst. Er nimmt den Zufall ohne Ursache (= objektiver Zufall) als Argument für Gott.
Alle Zufallsereignisse, die subjektiven wie die objektiven, sind Gesetzen unterworfen, die sich mit Hilfe der Wahrscheinlichkeitslehre sogar exakt mathematisch formulieren lassen. Auch diese Zufallsgesetze hat Gott geschaffen, wie alle anderen Gesetze auch, und es steht Gott zu, sie nach Belieben zu verwenden. Was für uns Zufall ist, ist für Gott mit Leichtigkeit vorherbestimmbar. Gott lenkt das, was wir Zufall nennen, in wohlgeordnete physikalische und mathematische Gesetze, die ihrerseits wieder so sinnvoll ineinander greifen, dass alles in der Natur einen Sinn bekommt. Also ist auch diese Antithese zu Gott, die sich auf den Zufall beruft, heute in Nichts zerronnen. Sie hat sich sogar zu einem Argument für Gott gewandelt, denn wenn sich sogar die so genannten Zufälle zu Gesetzen ordnen, dann muss erst recht eine ordnende und lenkende Macht dahinter stehen. Auch Darwin hat (wie oben zitiert) den Zufall eher als Argument für Gott gesehen denn als Beweis für die Nichtexistenz Gottes. Heute wissen wir über die Naturwissenschaften, dass die Zufälle sogar ein besonderes Steckenpferd des lieben Gottes sind. Die ganze Schöpfungsgeschichte ist eine Aneinanderreihung von sogenannten Zufällen. Die moderne Physik lebt von diesen Zufallsereignissen. Die Thermodynamik, die Atomphysik, die Kernphysik, die Quantenphysik, die Chaosphysik, sie alle lassen sich aus Zufallsereignissen ableiten, die ihrerseits aber wieder wohl geordneten Zufallsgesetzen gehorchen, aus denen sich schließlich alle Naturgesetze herleiten
Liebe Freunde, auch der viel strapazierte Begriff des Zufalls führt also letztlich zu Gott.
Darüber freut sich Euer
Günther Berwanger


14. Glaubensimpuls aus der Wissenschaft, Juni 2017

Über die Dreifaltigkeit Gottes

Liebe Freunde,
wir haben in diesem Monat das Hochfest der Dreifaltigkeit Gottes gefeiert (19. Juni).
Viele Christen haben mit dem Dogma über die Dreifaltigkeit Glaubensschwierigkeiten. Auch manche Priester sind der Meinung, dass die Dreifaltigkeit ein unergründliches Geheimnis und mit der Vernunft nicht zu erfassen sei. An die Dreifaltigkeit müsse man einfach glauben.
Ich bin der Meinung, die Trinität Gottes ist sehr wohl mit der Vernunft erklärbar.
Gott ist so groß, so ewig, so machtvoll, uns so unendlich überlegen, dass wir ihn nicht in seiner ganzen Wesenheit erfassen können. Dazu reicht unser Denkvermögen, unsere Gehirnkapazität bei weitem nicht aus. Unser Denken ist begrenzt. Wir sind in unserem Denken an die Erfahrungen aus unserer dreidimensionalen Welt angewiesen. Wenn wir etwas beschreiben wollen, das nicht aus unserer unmittelbaren Anschauung stammt, dann haben wir Probleme. Das beginnt schon bei der Sprache: Uns fehlen die Begriffe, mit denen wir diese andere Welt oder gar Gott beschreiben könnten. Unsere Sprachbegriffe stammen ja alle aus unserer sichtbaren Umwelt.
Viele gescheite Leute, Kirchenväter und Theologen haben versucht, Gott zu definieren, soweit das unser begrenztes Denken zulässt Sie haben erkannt, Gott ist reine, unverfälschte und höchste Liebe. Die Theologie sagt: Gott ist unum, bonum, verum, pulchrum. Gott ist einzig und einmalig. Er ist das absolut Gute, Wahre und Schöne. Aber wie steht Gott zu uns Menschen? Ist er ein guter Gott, oder ist er ein rächender Gott? Sind wir Menschen für Ihn ein Spielzeug, oder sind wir Partner und Freunde? Gilt seine Liebe auch uns Menschen? Und da kommt uns dieser für uns eigentlich unfassbare Gott entgegen, indem er sich uns in Bildern und Vorstellungen aus unserer realen Welt zeigt. Wir Menschen erkennen uns als eine Dreiheit von Körper, Psyche und Geist, die aber doch ein Wesen ausmachen, nämlich den Menschen. Diese Drei-Einheit in einem Wesen taucht auch in unserem Gottesbild auf: In seiner Barmherzigkeit zeigt sich uns Gott in dreifacher Weise: als Vater, Sohn und Hl. Geist. Er offenbart sich uns in einer realen Verschiedenheit von drei Personen (Katechismus der Kath. Kirche 254/255). Gott ist also der Eine in den Dreien (Katechechismus der Kath. Kirche, 256). Die Dreifaltigkeit bringt uns Gott näher, aber sie umfasst nicht das ganze Wesen Gottes. Man darf das Wesen Gottes nicht auf seine Trinität reduzieren. Das wäre so als wollte man das Universum auf das reduzieren, was wir mit freiem Auge sehen können.
Die Dreifaltigkeit Gottes ist im Christentum seit dem 4. Jahrhundert als Dogma festgelegt. Sie ist heute deswegen schwerer zu verstehen als im 4. Jahrhundert, weil sich die Bedeutung des Begriffes Person gewandelt hat. „Persona“ bedeutete in der lateinischen Sprache so viel wie Gesicht, Antlitz, Erscheinungsform, Maske. Gott zeigt sich also in drei Erscheinungsformen, in drei „Gesichtern“. In der Kunst wurde Gott manchmal mit einem Haupt, das drei Gesichter zeigt, dargestellt. Die drei Erscheinungsformen („Personae“) existieren in Gott nebeneinander können aber gleichzeitig verschieden handeln. Das macht sie nach heutigem Sprachverständnis zu Personen. Die Dreifaltigkeit darf also nicht so verstanden werden, dass es den Sohn und den Hl. Geist nicht gibt, wenn Gott gerade als Vater handelt, und es den Vater und den Hl. Geist nicht gibt, während er als Jesus die Welt erlöst, und es Vater und Sohn nicht gibt, derweil der Hl. Geist das All „durchweht“. Vater, Sohn und Hl. Geist sind als Person verschieden, handeln selbstständig und existieren gleichzeitig nebeneinander, aber als Gott sind sie Eins. Der Vater ist ganz der Sohn und der Hl. Geist, und der Sohn ist ganz der Vater und ganz der Hl. Geist, und der Hl. Geist ist ganz der Vater und ganz der Sohn. Wir können im Sohn auch den Vater und den Hl. Geist anbeten und im Vater auch den Sohn und den Hl. Geist und im Hl. Geist den Vater und den Sohn. Zwischen den drei Personen gibt es keine Rivalität. Sie sind ein Gott.
Im Religionsunterricht der Schule wird oft auch das Bild von drei brennenden Kerzen verwendet, um die Dreifaltigkeit zu veranschaulichen. Man kann die drei Flammen zu einer einzigen Flamme vereinen und dennoch bleiben es drei Kerzen.
Die Trinität Gottes erleichtert uns, sich Ihm zu nähern.
Wenn wir vom Vater sprechen, so meinen wir mehr den allmächtigen Schöpfergott, den Erzeuger der Welt und der Menschen, wir meinen den Vater der uns behütet, uns beschützt und für uns sorgt.
Wenn wir vom Sohn sprechen, so meinen wir den Mensch gewordenen Gott, Jesus. In Jesus ist Gott selbst ganz Mensch geworden. Er bringt das Evangelium, die gute Nachricht von Gott. In Jesus spricht Gott zu den Menschen. Jesus ist das Wort Gottes. Er ist gekommen, um uns Menschen, die Natur und die Welt zu erlösen vom Zugriff des Widersachers. Durch Jesus erlangen wir die Verzeihung der Sünden, durch ihn sind wir Kinder Gottes, und mit ihm sind wir Erben des Himmelreiches. Unser ganzer Glaube gründet auf diesen Jesus, den Petrus als erster als Sohn Gottes erkannt hat. Als Jesus die Jünger fragte: „Für wen halten mich die Menschen?“ und dann „Für wen haltet ihr mich?“, hat Petrus als erster erkannt: „Du bist der Sohn Gottes“.
Wenn wir vom Hl. Geist sprechen, so meinen wir jene Wirkkraft, die vom Vater und dem Sohn ausgeht, die das ganze All durchflutet, immer und überall gegenwärtig ist und dafür sorgt, dass alles funktioniert. Er ist der, der uns die Gaben und Charismen schenkt und geistlich in uns wirkt, der in uns alles Gute tut. Er baut die Kirche. Er ist das Band der Liebe zwischen Vater und Sohn, zwischen Gott und den Menschen. Er macht uns Menschen zu Teilhabern der göttlichen Natur.
Gott Vater hat die Welt erschaffen: „Es werde...“ sagte er, und es ward. Gott Sohn hat die Welt durch sein Leiden und Sterben erlöst, und Gott Heiliger Geist führt die Welt zu ihrem Ziel. Gott Vater ist der, der spricht, Gott Sohn ist das gesprochene Wort, und Gott Hl. Geist ist der Praktiker, der alles bewirkt.

Gott ist perfekt, dennoch ist er nicht statisch. Er erschafft laufend Neues. Dieser Gott ist transzendent, das heißt, er steht außerhalb seiner Schöpfung, aber durch Jesus ist er auch immanent in seiner Schöpfung, das heißt er ist ganz seiner Schöpfung zugewandt und ganz uns Menschen zugewandt. Indem wir bei der Feier der Eucharistie die Kommunion empfangen, ist er sogar in uns.
Durch den Hl.Geist bekommen wir die Fähigkeit und die notwendigen Charismen, diese Welt, in der wir jetzt leben, zu gestalten. Bei der Zeugung hat uns Gott seinen Geist eingehaucht. Dadurch haben wir Anteil am göttlichen Geist. Das macht uns göttlich, aber deswegen sind wir noch lange nicht Gott. Gott erhält die Schöpfung, er ist auch überall in der Schöpfung gegenwärtig. Aber die Schöpfung ist nicht Gott. Daher dürfen wir die Schöpfung auch nicht anbeten. Steine, Bäume, kosmische Kräfte etc. und auch Menschen dürfen nicht Gott ersetzen, indem wir uns auf sie verlassen und sie verherrlichen anstatt Gott, wie das manchmal in der Esoterik geschieht. Das wäre Götzendienst. Die Dreifaltigkeit bringt uns Gott viel näher, als das in anderen Religionen möglich ist. Die anderen Religionen kennen keinen Gott, der sowohl mein Vater als auch mein Freund und Bruder ist. Sie kennen keinen Hl.Geist, der Liebe ist. Unser Gott ist gleichsam einer von uns. Deswegen sollten wir dankbar sein und unseren Dreifaltigen Gott loben und preisen.
Ich wünsche Euch den Segen dieses unsagbar großen und dreifaltigen Gottes.
Günther Berwanger


13. Glaubensimpuls aus der Wissenschaft, Mai 2017

3. Teil: Licht und Wahrheit

Liebe Freunde,
ergänzend zum 11. und 12. Glaubensimpuls möchte ich noch im Besonderen auf den Zusammenhang von Licht und Wahrheit hinweisen.
Licht und Wahrheit sind in der Bibel Synonyme für Gott. Zum Beispiel:
Gott ist Licht und Finsternis ist nicht in ihm (1.Joh 1,5)
In der Bibel werden die Menschen neben Kinder Gottes auch Kinder des Lichts genannt. (Eph 5,9 oder Thes 5,5)
Jesus bezeichnet sich selbst als die Wahrheit ( Joh 14,6), und in der Theologie ist Gott ebenfalls als Wahrheit definiert. (Deus est unum, bonum, verum, pulchrum.)
In der Naturwissenschaft ist es der Urknall, der einerseits auf die letzte Wahrheit in der Kausalkette (Ursache - Wirkungskette) hinweist, andererseits aber ein plötzliches Aufstrahlen von Licht darstellt. Wenn wir den Urknall hinterfragen, also die letzte und absolute Wahrheit suchen, dann kann seine Ursache nur “ außerhalb“ des Universums liegen. “Außerhalb“ des Universums gibt es keine Materie. Die Ursache des Urknalls kann daher nicht materiell sein.
Die Relativitätstheorie von Einstein gilt nur innerhalb des Universums. Außerhalb von Raum und Zeit gibt es keine Relativität. Die letzte Ursache muss also eine absolute Größe sein, muss immateriell sein, und sie muss unabhängig von Raum und Zeit (transzendent) sein. Es gibt nur eine physikalische Größe mit diesen Eigenschaften, und das ist Licht. (Siehe 11. Glaubensimpuls).
Auch in der Physik führen also die Begriffe Wahrheit und Licht – in wunderbarer Übereinstimmung mit unserem christlichen Glauben - unmittelbar zu Gott.
Alles Liebe von
Günther Berwanger


12. Glaubensimpuls aus der Wissenschaft, April 2017

Was ist Licht?
2. Teil: Licht und Leben.

Liebe Freunde, im letzten Glaubensimpuls habe ich gezeigt, dass Licht nicht nur in der Bibel ein Synonym für Gott ist, sondern auch naturwissenschaftlich als Synonym für Gott gesehen werden kann. Gott (Jesus) sagt aber auch: Ich bin das Leben. Auch die Fundamentaltheologie (Prof. Ivancic) lehrt, dass Gott (Heiliger Geist) die Quelle des Lebens ist. Ohne Gott kein Leben! Die Naturwissenschaft erkennt: Ohne Licht kein Leben. Beide, Gott und Licht werden als letzte Ursache für das Leben genannt. Der logische Schluss: Gott ist (auch) Licht drängt sich uns auch hier wieder auf.

Nun, wie begründet unser Glaube die Aussage: Ohne Gott kein Leben, und wie begründet die Naturwissenschaft den Satz: Ohne Licht kein Leben?
Liebe Freunde, neben der toten Materie gibt es auf der Welt auch etwas, was wir Leben nennen. Das, was Leben hat, unterscheidet sich ganz wesentlich von dem, was tot ist. Leben war von Anfang an da, noch bevor es die materielle Welt gab. Der Johannes-Prolog berichtet von Jesus als dem Wort, das von Anfang an war: „Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.“ Und dann heißt es weiter: „Denn wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben das Leben in sich zu haben.“ (Joh 5, 26). Und weiter: „Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will.“ (Joh 5, 21) Alles Leben geht also auf Jesus zurück, und zwar von Anfang an.
Das Leben wiederum ist in der Bibel eng verknüpft mit dem Licht. Es gibt 16 Stellen in der Bibel, in denen Licht und Leben zueinander in Beziehung gesetzt werden, oder sogar vom „Licht des Lebens“ gesprochen wird. (Ps 56,14; Joh 8, 12) Im Johannes-Prolog steht: „In ihm (Jesus) war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen....“
Auch in der Physik ist Licht so eng mit dem Leben verbunden, dass man auch hier vom Licht des Lebens sprechen kann. Der deutsche Physiker Popp hat gezeigt, dass ein lebender Organismus letztlich nicht von Vitaminen, Coenzymen und Botenstoffen gesteuert wird, sondern von Photonen. Photonen sind für die molekulare Kommunikation in einem lebenden Organismus verantwortlich. Popp nannte sie Biophotonen. Biophotonen sind das Licht, das aus der Zelle kommt. Es gibt also im Menschen ein ihm eigenes Licht. Über das Licht kommunizieren die Organellen innerhalb einer Zelle und kommunizieren die Zellen untereinander. Und dieses Licht ist in unserem Organismus allgegenwärtig und so dominant, dass es praktisch das biologische Leben ausmacht. Ohne dieses Licht würde Leben nicht funktionieren. Das heißt: Ohne Licht kein Leben.
Aber auch Licht, das von außen kommt, spielt für unser Leben eine große Rolle. Dunkelheit, also Mangel an Licht, wirkt auf uns bedrohlich, ist gegen unser Leben gerichtet. Licht hingegen bedeutet für den Menschen Leben. Wir sind von der Zeugung an eingebettet in eine Fülle von elektromagnetischen Feldern, und alle unsere Sinnesorgane sind auf die Verarbeitung dieser elektromagnetischen Informationen, also auf die Verarbeitung von Licht, ausgerichtet. Der Molekularbiologe Bruce Lipton behauptet sogar, dass die Interaktion von äußeren elektromagnetischen Informationen mit den körpereigenen elektromagnetischen Systemen für die Evolution verantwortlich ist und nicht der Zufall im Darwin‘schen Sinne.
Auch das Sterben hat etwas mit Licht zu tun. Das Letzte, das eine lebende Zelle tut, wenn sie stirbt, ist die Aussendung eines Lichtblitzes. Ein Lichtblitz zeigt den Zelltod an. Auch hier haben wir die Verknüpfung von Leben mit Licht. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Leichentuch von Turin. Auf dem Tuch ist der Leichnam Jesu so abgebildet, als wäre das Tuch von innen heraus wie mit einem Blitz belichtet worden. Sowohl wissenschaftlich gesehen als auch biblisch gesehen ist Licht also eng mit dem Leben verknüpft. Auch umgangssprachlich spricht man vom Erlöschen des Lebenslichtleins oder vom Ausblasen des Lebenslichtes.

Liebe Freunde, wiederum zeigt sich, dass Naturwissenschaft und Glaube auch in Bezug auf Gott, Licht und Leben zur gleichen Erkenntnis kommen, sie sprechen in verschiedenen Sprachen, aber sie sagen dasselbe.


11. Glaubensimpuls aus der Wissenschaft, März 2017

Was ist Licht?
1.Teil: Gott ist Licht und Finsternis ist nicht in ihm. (Joh 1,5)

Liebe Freunde, sowohl die Physik als auch die Bibel sagen, dass das Licht als Erstes in die Welt gekommen ist. Gott sprach: „Es werde Licht, und es ward Licht.“ (Gen 1,3). Und auch der Urknall, wie ihn die Physik beschreibt, war ein plötzliches Aufstrahlen von Licht. Das Licht kam also mit dem Schöpfungsakt in diese Welt. Licht muss also etwas mit dem Schöpfer zu tun haben, der schon "vor“ und "außerhalb“ dieser Welt existiert hat.
Das Wort Licht kommt in der Bibel 243 mal vor. Neben seiner gewöhnlichen Bedeutung wird es oft auch im Zusammenhang mit Gott erwähnt und mehrere Male auch als Synonym für Gott. Im täglichen Leben verwenden wir den Begriff Licht in verschiedenster Weise, aber was ist Licht physikalisch betrachtet?
James Clerk Maxwell konnte zwar mit seinen berühmten mathematischen Gleichungen die Funktionsweise von elektromagnetischen Schwingungen (= Licht) beschreiben, aber wir wissen trotzdem nicht genau, was Licht ist. Woraus besteht Licht? Wenn wir sagen Licht besteht aus Energie, wird es nur noch nebuloser. Wärme ist nämlich auch Energie und Masse entspricht auch einer Energie. Auch Arbeit ist eine physikalische Größe, die der Energie gleichwertig ist. Energie ist überhaupt ein Hilfswort für vieles, was wir nicht genau kennen, und ist daher ein beliebter Begriff in der Esoterik. Energie kann man nicht messen, man kann sie nur berechnen.
Besteht Licht überhaupt aus etwas? Licht hat im deterministisch-physikalischen Sinne noch niemand gesehen. Eine Apparatur kann Licht nicht sehen. Sehen ist zuerst ein psychischer Vorgang, der dann von unserem menschlichen Geist interpretiert wird. Licht hilft uns, etwas zu sehen, indem es Informationen von einem beleuchteten Gegenstand aufnimmt und diese dann in unserem Auge an den Sehnerv weitergibt. Im Gehirn werden dann diese Informationen von unserer Psyche zu Farbe und Gestalt verarbeitet. Das Photon trägt also die Information in unser Auge, aber das Photon selbst können wir nicht sehen. Wir benutzen zwar Wirkungen des Lichtes in seinen verschiedensten Erscheinungsformen - Wärmestrahlung, Radiowellen, Farben, Röntgenstrahlung, Gamma-Strahlung etc., - aber wir wissen dennoch nicht genau, was Licht ist. Licht war das Erste bei der Weltentstehung, und Licht ist das Letzte beim Beenden des biologischen Lebens, Licht ist überall im Weltall und spielt bei allen kosmischen Ereignissen die Hauptrolle. Licht erzeugt seit dem Urknall immer wieder neu Materie und bildet so auch immer wieder neu Sterne und Galaxien. Materie ist gespeicherte Lichtenergie. Unter bestimmten Bedingungen kann Materie auch wieder in Licht umgewandelt werden (Kernfusion, Kernspaltung oder wenn Materie auf Antimaterie trifft). Unsere Sonne verliert auf diese Weise 4,3 Mill. Tonnen pro Sekunde an Masse.
Licht ist in der kleinsten lebenden Zelle vorhanden und spielt bei allen Vorgängen in der Zelle die Hauptrolle. Ohne Licht gibt es kein Leben. Auch wir Menschen verdanken dem Licht Leib und Leben.
Licht ist bei allen atomaren und subatomaren Vorgängen der entscheidende Faktor. Licht ist auch imstande, technische Einrichtungen zu steuern (Lichtschranken, Bewegungsmelder, GPS etc.) Licht ist nach dem Molekularbiologen Bruce Lipton der Motor für die Evolution. Licht liefert gleichsam die Antriebskraft für die Evolution. Licht ist auch aus keiner Kunstrichtung wegzudenken. Licht scheint der Schlüssel zum Geheimnis der Welt zu sein.
Nach Einsteins Relativitätstheorie ist alles relativ. Sogar Raum und Zeit sind relativ, das heißt, sie können von verschiedenen Personen verschieden gesehen werden und mit unterschiedlichen Ergebnissen gemessen werden. Nur Licht ist in der Physik die einzige absolute Größe. Licht ist auch eine transzendente Größe, denn laut Relativitätstheorie existiert für das Licht weder Raum noch Zeit. Für das Licht schrumpft jede räumliche und zeitliche Distanz auf Null. Und doch hat das Licht vom Urknall angefangen das vierdimensionale Raum-Zeit-Kontinuum für uns aufgespannt, Materie entstehen lassen und so das Universum für uns gebaut und nur für uns Menschen gebaut, denn nur wir Menschen können Raum und Zeit erkennen.
Sowohl die Physik wie auch die Bibel sagen also, dass durch das Licht alles geworden ist. Die Bibel bezeichnet seit 2000 Jahren mit prophetischer Weisheit Jesus als das Licht, das in die Welt gekommen ist. Unser Glaube unterscheidet sich von den Aussagen der Wissenschaft nur dadurch, dass der Glaube auch Herkunft und Ursprung des Lichtes und damit auch den Ursprung des Lebens benennt: Jesus ist Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gott ... Abglanz des ewigen Vaters. Seine Hoheit überstrahlt den Himmel...Er leuchtet wie das Licht der Sonne, ein Kranz von Strahlen umgibt ihn, in ihnen verbirgt sich seine Macht. (Kleines Stundenbuch, Freitag-Laudes der 2. Woche) Und: In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. (Joh 1,4).
Nicht nur der Johannesprolog berichtet von Gott als dem wahren Licht, auch im 1. Johannesbrief steht: „Dies ist die Botschaft, die wir von ihm (Christus) gehört haben und euch verkünden. Gott ist Licht und Finsternis ist nicht in ihm.“ Weiters berichtet die Bibel, dass es in der kommenden Welt weder Sonne noch Mond geben werde, denn Gott werde das Licht sein.
Auch in der Physik kann man die Ursache von Raum und Zeit und allem materiellen Sein und auch allem, was zum Leben gehört, dem einzigen Absoluten in der Physik, dem Transzendental Licht zuordnen. Auch in der Physik führt also der Begriff Licht zu einem Synonym für Gott. Meiner Meinung nach wäre es heute durchaus sinnvoll, die theologische Definition von Gott zu erweitern auf: Deus est unum, bonum, verum, pulchrum et lumen. (Ich will natürlich nicht der Glaubenskongregation in Rom vorgreifen.)

So bestätigen und ergänzen sich Glaube und Wissenschaft wieder auf wunderbare Weise. Ich staune immer wieder mit großer Freude, wie exakt die Naturwissenschaft unseren christlichen Glauben widerspiegelt.
Es grüßt euch herzlich
Günther Berwanger

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10. Glaubensimpuls aus der Wissenschaft, Februar 2017

Kann man Gott begegnen?

Liebe Freunde, eine Gottbegegnung kannst du nicht beweisen, aber du kannst sie erkennen, wenn sie dir widerfährt. Du kannst Gerechtigkeit nicht nachweisen, aber du kannst Gerechtigkeit erkennen, wenn sie dir widerfährt. Du kannst Liebe nicht beweisen, aber du erkennst die Liebe, wenn sie dich trifft. Einem Blinden kannst du Licht nicht erklären, aber er kann Licht erkennen in dem Augenblick, da er es "sieht“. Genau so kannst du eine Gottbegegnung nicht beweisen, aber du kannst sie erkennen, wenn sie dir widerfährt.
Prof. Ivancic schreibt in seinem Buch Wiederkehr der Hoffnung: „Eine Gotterfahrung ist wie das Licht eines Blitzes, das einen Augenblick lang aufleuchtet, und dessen Schein sich dann über Dein ganzes Leben hin ergießt. Dieser Lichtblitz kann sehr sanft sein, aber er genügt, um dir den Weg zu weisen.“ Er kann aber auch so stark sein, dass er dich zu Boden wirft, wie das dem Apostel Paulus passiert ist (Apg. 9,2 ff).
Gott kann Dir auf vielerlei Weise begegnen. Der normale Weg zu einem Gotterlebnis ist das Gebet. Viele kleine Gottesserfahrungen in einem beharrlichen Gebet halten dich auf dem rechten Weg, und irgendwann erkennst Du, dass Jesus persönlich mit Dir auf dem Weg ist und Dein ständiger Begleiter ist. Gott kann dir schon im Kindesalter zärtlich und sachte, fast unbemerkt begegnen. Im Gebet der Eltern, später in anderen Menschen, vielleicht in einem Priester. Du merkst es zuerst gar nicht. Dein Glaube wächst mit deinem Gebet unbemerkt von dir selbst. Du lebst von Kind an ständig in der Gegenwart Gottes, ohne dass dir das bewusst sein muss. Viele kleine Erlebnisse sammeln sich zu einer größeren Gottesschau. Und irgendwann kommt das Schlüsselerlebnis. Auf einmal stellst du fest, dass du ohne Gott nicht mehr froh bist. Für Gott würdest du alles tun, und Du richtest Dein Leben nach Gott aus, auch wenn es Opfer erfordert. Ich kenne solche Menschen in meiner Pfarre. Auch bei vielen Priestern und Nonnen ist es so gelaufen.
Andere Menschen wiederum, besonders Ungläubige oder gar Atheisten oder besonders kopflastige Menschen oder Menschen, die nicht beten, brauchen ein "Hammererlebnis“, damit sie auf Gott aufmerksam werden und umkehren. Wieder ein anderer braucht ein Wunder, damit er Gott erkennt. Und dazwischen gibt es so viele Arten der Gottbegegnung, wie es Menschen gibt. Jeder hat seine spezielle, nur auf ihn zugeschnittene Gottbegegnung. Eine Gottbegegnung ist nicht etwas, was man selbst herbeiführen kann, man kann aber um sie beten. Eine Gottbegegnung ist etwas, das einem dann einfach passiert. Aber immer ist sie ein tief in die Seele und in den geistigen Bereich eingreifendes, manchmal sehr emotionelles Erlebnis, das imstande ist, deine Lebenseinstellung dauerhaft zu ändern.
Stellvertretend für viele andere Zeugnisse möchte ich das bemerkenswerte Gotterlebnis des Andre F