Eine Minute für dich – an die Jugend

Impuls für junge Menschen von Prof. Tomislav Ivancic am 17. 12. 2014 (PleMir)

Ich wünsche mir, Dir zu begegnen!

10525700_301732343359207_6061615126088617991_nLieber junger Freund, ich freue mich, dass wir uns begegnen. Am meisten würde es mich freuen, wenn wir einander nach diesen Impulsen auch hören und austauschen könnten.
Wie schön wäre es, wenn du einen Freund finden würdest, der genauso denkt wie du, der diesen Impuls liest und kritisch nachdenkt, wie du es tust. Dass wir uns miteinander hinsetzen, um nachzudenken und zu diskutieren. Wenn wir in eine ganz tiefe Begegnung kommen, können wir dadurch nämlich eine Welle des Gebetes auslösen. Wir können mit dem Schöpfer reden, mit Gott kommunizieren! Erst dadurch sind wir vollkommene Menschen. Sonst gleichen wir einem Baum, der von seinen Wurzeln getrennt ist. Bist du mit Gott verbunden, bist du wie ein Baum, der bis ins Unendliche wachsen kann.
Dann können wir miteinander über die Gaben des Geistes sprechen, die man in der Folge der Taufe und der Firmung bekommt. Wir könnten nach der Intelligenz verlangen, die sonst keiner hat; nach Fähigkeiten, Tugenden und Gaben, die sonst keiner hat. So vorbereitet können wir damit beginnen, allen Menschen zu helfen, damit sie zur Wahrheit gelangen, zum Frieden und zum gegenseitigen Vertrauen. Wir können auch lernen, einander zu vergeben und zu lieben.
Denke einmal nach, wen du zu dieser Begegnung einladen könntest! Ich würde diese Einladung gerne annehmen, um mit euch zusammen zu sein. Sehr gerne möchte ich euch zeigen, wie ich beten gelernt habe und wie ich gelernt habe, die Gaben des Geistes zu erbitten, zu empfangen und einzusetzen. Durch sie vermag ich so zu sprechen, dass die Menschen zu Gott finden und zur Erfahrung des Glaubens, zu einer wirklich spitzenmäßigen, dem Menschen entsprechenden Intelligenz. Sie werden fähig, der Gesellschaft zu helfen und ihre Berufung ganz tief zu leben, bewusst und freudig. Ich erwarte eure Einladung!

Übersetzt von Marija Ivanovic, Redaktion Elisabeth Rolf, Foto Katharina Folger

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Betrachtung für die Jugend mit Prof. Dr. Tomislav Ivančić 1.12.2014  (PLE MIR)

Du bist kostbar!

10401456_293865817479193_5430567267010356471_nLiebe junge Freunde, ich grüße euch sehr innig und herzlich!
Was bedeutet es jung zu sein? Wie fühlt ihr euch in eurer Jugend? Ihr habt die Kindheit verlassen, aber ihr seid noch nicht erwachsen. Ihr seid schon aus dem Alter heraus, in dem sich alle anderen um euch gesorgt haben und kommt jetzt in das Alter, in dem ihr für euch und für andere sorgen müsst. Aber noch seid ihr nicht soweit, noch kümmern sich andere, also eure Eltern um euch und doch entwickelt ihr euch zu einer selbstständigen Person. In eine Person die für sich selbst Verantwortung übernimmt. Eine Person, die dazu bestimmt ist, eine neue Welt zu schaffen.
Was fühlst du als junger Mensch? Ist es Trotz oder ist es Friede, weil du weißt, dass du im Leben etwas Großes erreichen wirst? Ist deine Beziehung zu deinen Eltern ruhig und entspannt oder voll Bosheit, Trotz und Auflehnung? Bist du ein Mensch, der unglücklich ist, weil er empfindet, dass er niemals geschätzt wurde? Hat dir niemand Würde entgegengebracht und möchtest du deshalb auch niemanden wertschätzen? Oder hast du das Empfinden, dass deine Mutter dir nie ihre Liebe geschenkt hat? Gehörst du zu denen, die sich an keinen Kuss von ihrer Mutter erinnern, an keine Umarmung vom Vater, an kein liebes Wort von der Oma? Oder bist du vielleicht eine Person die trotzig ist und gegen alle kämpft, die fühlt, dass alle Feinde sind? Was dann im Jugendalter heranwächst - man sieht, das ist nicht mehr ein junger Trieb, sondern ein kleiner Baum, mit ganz vielen Verletzungen und Krankheiten, mit ganz vielen Leidenschaften, Aggressionen oder sogar Depressionen. Glaubst du an deine Zukunft oder hast du schon längst den Willen verloren, für die Zukunft zu arbeiten, damit du Erfolg hast?
Gehe zunächst in dich und entdecke was alles an dir gut ist. Schau du hast gesunde Hände, gesunde Füße. Du hast deinen Kopf, deine Augen sehen gut, deine Ohren hören gut. Schau auf deinen Hals, auf deine Wirbelsäule, sie sind gesund. Deine Beine und die Zehen sind gesund, dein Magen und der Darm sind gesund, das Herz ist gesund. Schau, wie gut du denkst und spricht. Wie gut du über andere denkst! Du hast viele Schulen besucht. Wie fähig du doch bist!
Geh einfach aus der negativen Haltung heraus, in der du erniedrigt wurdest, und tritt ein in eine andere Wirklichkeit. Das ist die Wirklichkeit: Du bist sehr fähig, kostbar und wertvoll. Du bist wertvoller als viele andere Menschen. Du hast in dir sehr viel Güte. Schau dir deine Handflächen an. Was für ein Wunder. Was du alles mit deinen Händen fassen und tragen kannst. Gabel, Messer. Du kannst schreiben, du kannst arbeiten. Bäume fällen, Äpfel, Birnen und Pflaumen pflücken. Welche kostbaren Hände du hast. Schau und du wirst sehen wie wertvoll und kostbar du bist.
Mach dir bewusst, dass das Leben nur Güte ist und dass diese Güte in dir wohnt. Nur weil andere an dir etwas auszusetzten hatten meinst du deshalb, dass du nicht wertvoll bist? Schiebe das weg von dir, weise es zurück, denn du bist in der Tat wertvoll und kostbar. Du kannst alles. Erinnere dich an den, der dich erschaffen hat. Er ist die absolute Güte und Liebe. Lehne dich an seine Brust, ergreife seine Hand. Mit deinen geistigen Augen schaue in seine Augen und du wirst sehen, dass du ein spitzenmäßiger Mensch bist. Geh nicht klein unter den Sternen!
Sei nicht mehr depressiv! Richte dich auf, denn du hast unglaublich viele Möglichkeiten. Menschen haben dir den einen oder anderen Schlag versetzt, haben dich mal ausgelacht, sie haben dich erniedrigt und dadurch deine Augen für das Kostbare und Wertvolle in dir verschlossen. Öffne jetzt deine Augen und lebe!

Übersetzung: Marija Ivanovic, Abschrift: Inge Steiner, Redaktion Elisabeth Rolf

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Betrachtung für die Jugend mit Prof. Dr. Tomislav Ivančić 26.11.2014  (PLE MIR)

Im Herzen des anderen Wohnung finden – Mann und Frau!

10442405_900639773286808_2730113659565256465_nLiebe junge Freunde,
die Zeit der Jugend ist die Zeit des Verliebtseins. Aus medizinischer Sicht ist es die Zeit nach der Pubertät, in der die Hormondrüsen im Menschen zu arbeiten beginnen.
Wie erlebst du dieses Neue? Du merkst auf einmal, dass die junge Frau neben dir sympathisch ist, so lieb, wie eine Blume die man küssen sollte. Du merkst als junge Frau, dass der junge Mann dich anzieht, dass er dich fasziniert. Etwas Schönes ist in ihm und ihr beginnt zu träumen, zu reden, nachzudenken. Du schämst dich darüber zu sprechen oder du machst Späße. Du erzählst den anderen darüber, ohne es ernst zu meinen. Wenn du in der Stille bist, fühlst du, dass die Beziehung zwischen Mann und Frau etwas Großes ist. Du spürst, dass es deine Zukunft ist.
Als junger Mann bemerkst du, dass die jungen Frauen ganz anders sind. Ständig reden, lachen und kichern sie. Das kann ziemlich albern sein. Später werden sie selbstständig und weise. Sie sind ernsthaft und lachen nicht mehr über sich selbst. Eine wundervolle Schönheit strahlt aus diesen Menschen. Dir gehen die Augen auf und du entdeckst, was du früher nicht bemerkt hast. Als junge Frau ergeht es dir ähnlich, wenn du dem jungen Mann begegnest. Du fragst dich gar nicht, was das ist. Du spürst nur, du möchtest in seiner Nähe sein. Du möchtest in ihrer Nähe sein. Du möchtest ihr sagen, wie wichtig sie dir ist. Du kannst in Zufriedenheit neben ihr sitzen, ihr zuhören und sie anschauen. Bei ihr zu sein ist alles für dich.
Es ist die Zeit, in der wir auf einmal ganz fundamental und ganz anders als in der frühen Kindheit zwischen Mann und Frau unterscheiden. Auf einmal spürst du, es wird ernst. Während du in der frühen Kindheit deine Geschlechtlichkeit nicht verstecken musstest, jetzt versteckst du sie. Du schämst dich für sie. Am Strand bedeckst du sie. Du sprichst nicht so einfach darüber. Manchmal aber wirst du ganz unverschämt, du schreist und fluchst und reißt Witze über das Geschlechtsleben. Später schämst du dich dafür, wie manche andere neben dir auch. Aber es ist nur ein Zeichen, dass du dir deiner nicht sicher bist. Dass du nicht sicher bist was die Geschlechtlichkeit ist und dass du bei den anderen nur Interesse wecken möchtest. Es kommt daher, weil du naiv bist. Du musst früher oder später heil werden, normal werden.
Die Zeit der Jugend ist also nicht nur die Zeit des Aufstiegs im Wissen, die Zeit des Aufstiegs im Gebet und im Glauben. Es ist nicht nur die Zeit des Aufstiegs in den Fähigkeit des Lebens, sondern auch die Zeit der Annäherung an das andere Geschlecht, an die junge Frau, an den jungen Mann. Ab dem Moment weißt du, darin liegt dein Leben. Du kannst nicht mehr ohne diesen jungen Mann, ohne diese junge Frau sein. Wenn ihr zusammen seid, habt ihr alles. Wenn ihr nicht zusammen seid, leidet ihr, euch fehlt etwas.
Etwas Wichtiges fehlt euch, denn die Mitte eures Wesens ist auf einmal aufgewacht und hat Wohnung genommen in der jungen Frau, in dem jungen Mann. Du kannst ohne dein Herz nicht weitergehen. Dein ganzes Herz fühlt für ihn, für sie. Dein ganzes Herz fühlt die Sehnsucht nach ihm, nach ihr. Dein ganzes Herz hat Wohnung genommen in ihr, in ihm. Du musst ihr folgen, dort wo dein Herz ist. Du kannst nicht leer weitergehen, ohne dein Herz, ohne dich. Dass ist es eigentlich. Du merkst, was dir fehlt, das hat sie. Das was ihr fehlt, das hat er. Du wirst erst vollkommen mit ihr. Wenn sie spricht, dann siehst du, dass sie mit ihrem Herzen spricht, dass sie mit Emotionen spricht. Dass sie aus dem Leben spricht. Wenn er spricht, dann hörst du zu. Er redet logisch, er redet mit recht, er redet mit Verstand, mit Vernunft. Du fühlst als junge Frau, wenn dich jemand angreift, dann wird er dich
schützen, er ist stark. Und er fühlt: Wenn dich alle verlassen, wenn dich alle auslachen, dein Mädchen wird dich lieben. Sie wird an deiner Seite sein. Deshalb wirst du lieben können. Das ist das wunderbare im Leben. Es ist wichtig, dass du das weißt und dass du dich auf den Weg machst, der kein Ende kennt.

Übersetzung: Marija Ivanovic, Abschrift: Inge Steiner, Redaktion Elisabeth Rolf

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Betrachtung für die Jugend mit Prof. Dr. Tomislav Ivančić 24.11.2014  (PLE MIR)

Lieber Freund, sei nie so wie die anderen...

1922124_293577357508039_2767608935446669190_nJung zu sein bedeutet, zur Höhe des Lebens aufzusteigen. Das ist ein anstrengender Weg. Schon als kleines Kind musst du vieles lernen Du musst in den Kindergarten, danach in die Grundschule, musst wiederum lernen und dich bemühen. Jeden Tag musst du zeitig aufstehen, musst Hausaufgaben machen. Dann gehst du in die Mittelschule, danach zur Uni. Es folgen die Arbeit, die Ehe und die Kinder. Schließlich kommst du ins 50. Lebensjahr und spürst, jetzt bist du auf der Höhe angelangt. Ab jetzt geht es bergab. Wohin? Alles was du erwirtschaften und besitzen solltest, hast du erreicht. Mehr brauchst du nicht. Jetzt solltest du etwas anderes tun. Du kannst weiter wirtschaften. Das vermehrt deinen Reichtum. Er wird dir das Wichtigste sein, aber schließlich wirst du Krankheiten bekommen und diese Erde verlassen müssen.

Die ersten Jahre dienen dir dazu, etwas zu erlangen und zu erwirtschaften. So kannst du deine Kinder und die Zukunft absichern. Die Jahre nach deinem 50. Lebensjahr dienen dir dazu, dass du dich als Person entwickelst. Dass du dich kennenlernst, dass du weiser wirst, dass du anfängst gute Bücher zu lesen. Dass du anfängst ganz etwas anderes zu tun. Etwas, dass deinen Fähigkeiten entspricht, dass dich entwickelt. Etwas, dass dir die Möglichkeit gibt, alle Tode zu überleben.
Lieber junger Freund, während ich zu dir spreche, denkst du vielleicht, es sei wichtig, so wie die anderen zu sein. Die anderen machen sowas doch gar nicht, warum sollte ich es tun? Die anderen gehen ins Cafe, warum soll ich nicht gehen? Sie tragen Kleider, schmutzige und zerfetzte, die mehr zeigen als sie verhüllen. Sie fluchen, reden schlecht über die anderen und rauchen.
Lieber Freund, sei nie so wie die anderen, denn du bist nicht „der andere“! Du bist der Erste. Du bist du. Aus den Augen deines Leibes beobachtest du die anderen, du kannst niemals so sein wie sie. Nur von dir hängt es ab wie du sein wirst, nicht von den anderen. Wenn du ihnen nacheiferst, wirst du dich selbst vernachlässigen. Du wirst niemals „du“ werden, dein eigenes Menschsein erlangen. Deine Seele und dein Leib werden weinen. Du wirst jeden Tag weinen, denn du bist den anderen nachgelaufen und dich hast du vernachlässigt. Was nützt es dir fremde Weinberge zu bearbeiten, wenn du deinen Weinberg nicht bearbeitest?!
Liebe junge Freunde, überlegt gut und trefft eine Entscheidung! Setzt euch nach dieser Betrachtung in Ruhe hin, schaut zunächst in euer eigenes Herz und dann schaut auf den, der euch auf diese Erde gestellt hat. Der diese Natur geschaffen hat, dieses Ambiente, dieses Licht, den Tag und die Nacht. Für euch hat er es erschaffen, und schließlich euch selbst. Er hat euch euren Leib und eure Seele gegeben. Er hat dir deine Persönlichkeit gegeben, deine Originalität. Dass du „du“ bist, kommt von ihm. Schau auf ihn. Verliebe dich in ihn. Nur mit ihm wirst du das Rätsel deines Lebens lösen können und spitzenmäßig werden.
Ich freue mich so sehr auf diese Begegnung zwischen dir und deinem Schöpfer, lieber junger Freund.

Übersetzung: Marija Ivanovic, Abschrift: Inge Steiner, Redaktion Elisabeth Rolf

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Betrachtung für die Jugend mit Prof. Dr. Tomislav Ivančić 17.11.2014  (PLE MIR)

Erforsche den Menschen!

1457487_1130108480339935_7049793362736126571_nLieber junger Freund!
Wir alle bereiten uns durch Schule, Studium und Praxis auf das Leben vor.
Doch was soll der Mensch lernen?
Ist er nur Leib und sollte trainiert werden?
Ist er nur Verstand und sollte lernen, das Wissen in seinem Gedächtnis abzuspeichern?
Soll er nur mit seinen Händen arbeiten, indem er schreibt, ein Werkzeug benutzt, einen Traktor fährt oder ein Flugzeug steuert?
In all diesen Dingen haben die Menschen große Fähigkeiten erworben und enorme technische Fortschritte gemacht. Wir haben uns auf den Gebieten der Physik, Chemie, Medizin und Mathematik sehr weit entwickelt.
Aber ist das alles?
Ich denke, dass etwas ganz Wundersames bei all dem verloren gegangen ist, und das ist der Mensch selbst! Die Physik, die Chemie und die Medizin wissen nicht, wer der Mensch ist. Niemand weiß, was das Leben ist.
Was belebt deine Knochen, deine Muskeln, deine Haut und deine Augen?
Der menschliche Geist, das Bewusstsein, die Freiheit - niemand weiß, was das ist.
Wir haben in genialer Weise alle Tiere erforscht, alle Pflanzen, wir haben den menschlichen Leib erforscht, jede Zelle, jedes Atom - und trotzdem wissen wir nicht, wer der Mensch ist.
Vor allem haben wir sein Leid nicht gelöst. Immer noch weint der Mensch, er seufzt. Immer noch befallen ihn unheilbare, tödliche Krankheiten. Immer noch kämpft er mit Depressionen. Immer noch wählen viele Menschen den Selbstmord. Immer noch wird er zum Verbrecher, er hasst und verleumdet die anderen. Immer noch ist er faul, ist er furchtsam, rüstet sich auf und führt Kriege. So viele Medikamente wurden produziert, aber dadurch geht es uns nicht besser. Wir leiden unter den Nebenwirkungen der Medikamente, sie machen uns noch kranker. Du heilst die eine Krankheit und bekommst dadurch drei neue.
Wir, die zu den älteren Generationen zählen, haben etwas Wesentliches versäumt. Nun seid ihr Vertreter der jüngeren Generationen aufgerufen. Lasst euch nicht verführen, diesen einseitigen Weg weiterzugehen! So wird doch nur das Materielle erforscht, dein Leib und das, was außerhalb von dir ist. Wendet euch der Anthropologie zu, erforscht das Wesentliche im Menschen, seine Mitte, das Ziel seiner Sehnsucht! Stellt die existenziellen Fragen: Warum gibt es den Menschen überhaupt? Wohin geht er?
Der Mensch hat so viele Fragen, die bisher noch niemand beantworten konnte. Die Anthropologie muss endlich entwickelt werden, denn sie vermag hier Antworten zu finden.

Woher kommt diese runde Kugel, auf der wir Menschen hausen, und was werden wir sieben Milliarden in Zukunft hier tun? Woher kommt die Natur auf dieser Kugel, diese Vielfalt, die unterschiedlichen Lebenssituationen, Jugend und Alter, Armut und Reichtum, Gesundheit und Krankheit? Am heutigen Tag sterben etwa 100 000 Menschen, eine etwas größere Anzahl wird geboren - hast du darüber schon einmal nachgedacht? Woher kommen die, die heute geboren werden? Wohin gehen die, die heute sterben? Wie arm sind wir doch! Warum töten wir einander? Warum hassen wir einander? Warum sind wir so böse, dass es Gefängnisse und Todesstrafen gibt?
Wie kann man dem Menschen helfen, damit der sich verändert?
Wir haben sein Umfeld verändert, das ganze Ambiente, aber der Mensch selber hat sich gar nicht verändert. Wir haben ihn nicht ein bisschen besser, moralischer, anständiger und humaner gemacht. Im Gegenteil! Um des Geldes Willen gibt der Mensch sich heute selbst auf, er gibt auch Gott auf.

Jetzt liegt es an euch, liebe junge Menschen, dass ihr einen Schritt nach vorne macht und erforscht, wer der Mensch ist!

übersetzt von Marija Ivanovic, Redaktion Elisabeth Rolf

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Betrachtung für die Jugend mit Prof. Dr. Tomislav Ivančić 10.11.2014  (PLE MIR)

Stell Deine Fragen!

535945_290269744505467_6278393477715550912_nGeschätzter und lieber junger Freund! Dein jetziger Lebensabschnitt ist eine Zeit des Fragens. Ihr seid auf diese Welt gekommen, und jetzt verlangt man von euch, dass ihr Verantwortung übernehmt. Die Weiterentwicklung der Gesellschaft, die Ehen und Familien, die Kinder, die Schule, das öffentliche Leben, Wissenschaft und Kunst, die Armee, die Politik, Kirche und Staat, die ganze Welt wartet auf euch. Bisher haben andere für euch gesorgt, jetzt müsst ihr Verantwortung übernehmen.
Wenn ihr all diese Herausforderungen anschaut wird euch klar, dass ihr nur Menschen seid! Ihr seid begrenzt, vieles wisst ihr nicht, zu Vielem fehlen euch die Fähigkeiten. Vieles kann man nachlesen, für manches andere aber wisst ihr noch gar nicht, wo und wie ihr es lernen könnt. Das trifft besonders auf das Leben selbst zu! Du brauchst die Begegnung mit Menschen, die wirklich von echtem Leben erfüllt sind. Solche Begegnungen vermitteln dir eine große Kraft. Du fühlst dich wie neugeboren. Von solchen Menschen geht eine Kraft aus, die dich trägt und dir hilft, dich selbst auf den Weg deiner eigenen Verwirklichung zu machen.
Dein jetziger Lebensabschnitt ist eine Zeit des Fragens, habe ich anfangs gesagt. Hab ganz viel Mut, ständig zu fragen und zu fragen. Dies ist jetzt dein Leben. Hierin liegt deine Entwicklungsmöglichkeit. Das ist jetzt dein Weg. Was immer dir unklar, merkwürdig, vielleicht auch lächerlich oder sonstwie ungewöhnlich erscheint, was immer dir dunkel erscheint, beängstigend oder beunruhigend oder irgendwie nicht richtig - frage einfach! Die Älteren wissen immer mehr vom Leben als Du. Die Professoren wissen mehr davon als die Studenten. Die Lehrerin weiß mehr als ihre kleinen Schüler. Der Professor an der weiterführenden Schule weiß mehr als seine großen Schüler. Der Vater hat mehr Lebenserfahrung als seine Kinder, ebenso die Mutter.
Das Wesen deines Lebens ist es, dass du Fragen zu stellen beginnst. Frage die Eltern und die anderen Menschen. Wenn ihre Antworten dich nicht zufriedenstellen, dann frag einfach weiter - warum auch nicht!! Schicke schließlich deine Fragen auch an meine Adresse, dann werde ich auch versuchen dir zu antworten. Fragen sind nämlich wie eine verschlossene Tür. Du weißt nicht, wie du hindurchkommen kannst. Du brauchst jemanden, der sich damit auskennt und Schlüssel für diese Türen hat. Immer wieder brauchst du jemanden, der dir hilft. Du kennst den Weg nicht und weißt nicht, ob du rechts oder links gehen sollst. Du kannst den Weg nicht klar erkennen. Du musst die fragen, die ihn gegangen sind und an der gleichen Kreuzung wie du gestanden haben, damit sie dir helfen. Warum gibt es in der Welt Gut und Böse? Warum gibt es so viel Zerstörung um dich herum, so viel Mißbrauch, sexuelle Verirrungen, Süchte? Warum sind schon ganz junge Menschen davon betroffen? Frage! Warum werden Menschen von Menschen abängig? Warum werden sie Sklaven ihrer Karriere? Warum?
Warum hast du Angst im Leben? Warum nimmt dich diese Angst so gefangen?
Stelle all diese Fragen! Hab keine Angst!